Synagoge in Ochsenfurt

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Die ehemalige Synagoge in Ochsenfurt ist heute standortsmäßig nicht mehr eindeutig zu bestimmen und bestand nur im Mittelalter.

Jüdische Gemeinde Ochsenfurt[Bearbeiten]

Die früheste Nachricht über jüdisches Leben in Ochsenfurt stammt aus dem Jahr 1298, in dem die Familien am Ort von der Verfolgung unter "Ritter Rintfleisch" betroffen waren. Namentlich ist aus dem 14. Jahrhundert der Vorbeter Elija aus Ochsenfurt bekannt. Nach der Judenverfolgung 1336 sind erst 1377 wieder Juden in Ochsenfurt bekannt: Ein Jude der Stadt lieh in diesem und im folgenden Jahr Geld an einen Christen in Frickenhausen und im Jahr 1379 an einen in Kleinochsenfurt.

Ende der jüdischen Gemeinde[Bearbeiten]

Im 15. Jahrhundert lebten mutmaßlich keine Juden in Ochsenfurt. Zwischen 16. und 18. Jahrhundert bestand ein Niederlassungsverbot für Juden. Nach dessen Aufhebung zogen nur einzelne jüdische Familien im 19. und 20. Jahrhundert in die Stadt, so dass es nicht zur Neugründung einer eigenen jüdischen Gemeinde kam.

Geschichte der Synagoge[Bearbeiten]

Eine Synagoge bzw. Betraum gab es nur im Mittelalter. Die Nennung des Vorbeters Elija weist auf das Bestehen einer Synagoge im 13. Jahrhundert hin. Auf einem noch gut erhaltenen romanischen Keller wurde zwar 1552 ein Neubau errichtet, nach­weislich befand sich schon vor 1300 an dieser Stelle ein Judenhof. Der Gebäudekomplex umfasste das Syn­agogengebäude selbst und eine Ke­menate, genannt Tra-schalem (Tor des Friedens). Es war ein beheizbarer Versammlungs- und Übernachtungsraum mit einer daran an­schließenden Judenschule. Die Hofstelle diente durchreisen­den jüdischen Kaufleuten und Gäs­ten als Quartier und in Kriegszeiten fand dort die jüdische Gemeinde Zu­flucht. Nach der Judenverfolgung unter Bischof Otto von Wolfskeel 1336 ging das Gebäude als Lehen an zwei angesehene Ochsenfurter Bür­gerfamilien.

Lage[Bearbeiten]

Der Standort war in der heutigen Kolpingstraße 10 in der Altstadt. Bis 1799 betrieb dort Johann Berthel ein Bauernwirtshaus in Fort­setzung des früheren jüdischen Gästegebäudes. Das heutige Gebäude aus dem 16. Jahrhundert steht unter Denkmalschutz.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]