Schloss Rottenbauer

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Unteres Schloss im Stadtbezirk Rottenbauer
Oberes Schloss im Stadtbezirk Rottenbauer

Im Würzburger Stadtbezirk Rottenbauer gab es einstmals drei Schlösser.

Bauten und Geschichte[Bearbeiten]

Altes Schloss / Rebstocksches Schloss[Bearbeiten]

Ein erster ummauerter Sitz der Adelsfamilie von Wolfskeel dürfte auf das 12. und 13. Jahrhundert zurückgehen. Dieses Alte Schloss, das eine Fläche von 35 auf 40 Meter einnahm, lag im Bereich der Scheunen südlich des heutigen denkmalgeschützten Schlosses. Lediglich in seinen Grundmauern erhalten geblieben ist dieses Alte Schloss in Rottenbauer, das 1376 mit seinen Schlossbesitzern, den Herren von Rebstock, urkundlich erwähnt wird. 1505 erweiterte Wolf von Wolfskeel das Alte Schloss und seine Nachkommen Hans und Jacob von Wolfskeel teilten 1569 in einem Familienvertrag die Liegenschaften und das Schlossgelände. Heute sind nur noch Grundmauern vor dem Unteren Schloss erhalten.

Unteres Schloss / Wolfskeelsches Schloss[Bearbeiten]

Um 1575 wurde das heute noch vorhandene Wolfskeelsche Schloss an das Alte Schloss angebaut. Es entstand der nördliche, von zwei Rundtürmen flankierte Schlossflügel im Renaissancestil der Echterzeit. 1583 wurden mutmaßlich die Arbeiten mit der Zugbrücke über den Wassergraben im Westen der Anlage zum Abschluss gebracht. 1987 verkauften die Reichenberger ihr Unteres Schloss an die Landwirtsfamilie Herbolsheimer, die den älteren Teil des Doppelschlosses niederlegten, um dort ihren Gutshof auszubauen.

Oberes Schloss[Bearbeiten]

1699 ließ Eitel Ernst von Wolfskeel das Obere Schloss im einfachen, aber schmucken Barockstil vor dem Burggraben zwischen Unterem Schloss und katholischer Kirche errichten. Es ist im Stil eines barocken Landhauses erbaut und macht eher den Eindruck eines herrschaftliches Anwesens, als der eines veritablen Schlosses.

Legende der Weißen Frau[Bearbeiten]

Um das Schloss rankt sich die Legende der Weißen Frau. Der Legende nach, die auch über Jahrhunderte hinweg in den Kirchenbüchern zu finden ist, soll der während der Kreuzzüge vermisste und schließlich für tot erklärte Gemahl eines Nachts doch wieder am Schloss erschienen sein. Er verschwand aber auf mysteriöse Weise wieder in der gleichen Nacht. Die Schlossherrin feierte bald darauf ihre Hochzeit mit einem neuen Mann, beide verstarben aber nur wenige Jahre darauf. Seither soll regelmäßig um Mitternacht eine Weiße Frau um den Schlossturm schweben. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde bei Ausbesserungsarbeiten am Schloss tatsächlich das in einer Mauernische eingemauerte Gerippe eines Mannes gefunden, der noch sein Schwert umgeschnallt hatte. Anscheinend handelte es sich um den damals zurückgekehrten Schlossherren.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Das Obere Schloss ist heute das Wohngebäude eines landwirtschaftlich und gewerblich genutzten Anwesens. Das Untere Schloss wird zur Zeit aufwändig saniert. Die Renovierung und Sanierung des denkmalgeschützten Schlosses, das letztlich drei Gebäudeflügel, zwei flankierende Rundtürme und einen Treppenturm umfasst, dürfte sich über mehrere Jahre hinziehen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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