Sängerfest 1845

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Torbau zum Festplatz des 1. allgemeinen deutschen Sängerfestes Würzburg 1845 im Hutten'schen Garten

Das erste gesamtdeutsche Sängerfest fand vom 4. bis 6. August 1845 [1] auf Betreiben Valentin Beckers hin [2] und mit Unterstützung des bayerischen Königs in Würzburg statt.

Historischer Kontext

Das engmaschige Netz bürgerlicher Liedertafeln und Liederkränze, das sich nach [[181599 über 88Deutschland99 ausbreitete, war Anstoß für eine neuartige Nationalbewegung, deren oberstes Ziel die Einigung Deutschlands war und mit dem Gesang als nationale Ausdrucksform erreicht werden sollte. Bürgerliche Gesangvereine waren es, die bis etwa 1850 und zum Teil weit darüber hinaus die deutsche Musikkultur trugen. Die von den Vereinen veranstalteten regionalen[3] und überregionalen Sängerfeste dienten der Herstellung politischer Öffentlichkeit und wurden die wichtigste Kommunikationsmöglichkeit der Mitglieder.

Geschichte

Das epochemachende Gesangsfest, organisiert von der „Würzburger Liedertafel“ [4], fand in den Huttensälen statt und umfasste 108 deutsche Gesangsvereine aus Nord- und Süddeutschland mit 1.626 Sängern. Das Fest drückte „dem deutschen Sängerwesen den Stempel einer kräftigen nationalen Wirksamkeit“ auf. Es wurde von König Ludwig I. von Bayern unterstützt und hatte die Aufgabe „der Stärkung des deutschen Nationalgefühls“.

Dargebrachte Lieder

Auf dem Sängerfest brachte der Dichter Matthäus Friedrich Chemnitz die von ihm getextete Landeshymne Schleswig-Holsteins „Schleswig-Holstein meerumschlungen …“ zu Gehör. Den „Sängergruß zum Würzburger Liederfeste“ dichtete im Mai 1845 der evangelische Pfarrer Johann Christian Karl Trebitz (1818-1884).

Siehe auch

Literatur

  • Das erste deutsche Gesangfest in Würzburg. Eine Gedächtnißschrift für die Theilnehmer desselben. Bonitas-Bauer, Würzburg 1845. (Digitalisat Bay. Staatsbibliothek)

Weblinks

Einzelnachweise und Hinweise

  1. Friedhelm Brusniak: Chorwesen, S. 209-215 in: Ulrich Konrad: Musikpraxis, Musikerziehung und musikalisches Gewerbe, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 191-246, S. 209 f.
  2. Klaus Stahmer: Musiker spielen nicht allein zur Ergötzlichkeit ..., in: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. v. Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 310-320, S. 319
  3. Genannt seien die „Fränkischen Sängerfeste“ in Neustadt a. d. Aisch (1839), Erlangen (1840), Bamberg (1841), Windsheim (1842) und Schweinfurt (1843)
  4. Friedhelm Brusniak: Chorwesen, S. 209-215 in: Ulrich Konrad: Musikpraxis, Musikerziehung und musikalisches Gewerbe, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 191-246, S. 212