Reiner Wirl

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Reiner Wirl (* 1700 in Würzburg; † 1763 in Kitzingen) war Bildhauer des Rokoko in Franken.

Familiäre Zusammenhänge

Reiner Wirl war der Sohn eines Würzburger Bürgers und Bildhauers und erwarb am 3. September 1738 in Kitzingen das Bürgerrecht.

Leben und Wirken

Eventuell lernte Wirl sein Handwerk bei der Hofbildhauer-Werkstatt des Jacob von der Auwera oder wurde zumindest stark von dessen Stil geprägt. Nach seiner Ausbildung, in den 1740er Jahren, war er wohl als angestellter Bildhauer an der Arbeit zu den Altarretabeln der barocken Klosterkirche von Münsterschwarzach beteiligt. 1750 tauchte er in den Amtsrechnungen zum Kirchenbau in Gaibach auf. Hier knüpfte er wohl auch Verbindungen zum Würzburger Hofbaumeister Balthasar Neumann, in dessen Bauwerken später noch andere Arbeiten Wirls Aufstellung fanden. Da Wirl im Kitzinger Steuer- und Schatzungsbuch der Jahre 1739-1741 mit der niedrigsten Summe von 50 fl für „Burgerrecht und Handtwerk“ veranlagt wird, war er nie vermögend. Am 27. Mai 1760 [1] starb seine Frau im Alter von nur 44 Jahren. Wirl verstarb drei Jahre später. Sein Nachfolger wurde der Bildhauer Johann Steuerwald, der am 7. Dezember 1763 als Bürger in Kitzingen aufgenommen wurde.

Genre

Die Werke des Reiner Wirl sind dem mainfränkischen Rokoko zuzurechnen. Vor allem seine Rocaille-Schnitzereien gehören zu den feinsten Arbeiten der Region im 18. Jahrhundert. Sein Wirkungsbereich lag überwiegend in der Region Mainschleife und im südlichen Landkreis Würzburg.

Kunstwerke

(in chronologischer Reihenfolge)

  • Katholische Pfarrkirche St. Regiswindis in Vilchband bei Wittighausen: Kanzel (1756) und Hochaltar (1757) [2] [3]

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Georg Menth: Die Bildhauerfamilie Auwera in Aub. Aubanusverlag, Wolfratshausen 1987, S. 309 ff.

Weblinks

Einzelnachweise und Hinweise

  1. Katholisches Pfarrarchiv Kitzingen, Matr. 1760
  2. Pfarrarchiv Vilchband, Gotteshausrechnung 1756, fol. 39, „60 fl“ und Pfarrchronik, fol. 23, „1757 im August gesetzt, 1758 in der Kreuzwoche gefaßt“; Pfarrchronik 1763
  3. Der Hochaltar wurde 1778 von Kitzinger Bildhauer Johann Steuerwald erneuert bzw. erweitert.
  4. Bild des Oratoriumsaltars von Reiner Wirl aus dem Jahre 1760 in der Kapelle des Zobelschlosses in Giebelstadt auf www.panoramio.com [1]