Organische Müllabfuhr, OMA e.V.

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Die Organische Müllabfuhr, OMA e.V. war eine Initiative zur Förderung der Biotonnen in Stadt und Landkreis Würzburg und bestand von 1981 bis 2015.

Vereinszweck

Vereinszweck war die Förderung der Verbreitung von Biotonnen, um die Restmüllmengen zu reduzieren, die wertvollen organischen Abfälle zu kompostieren und deren Recycling zu fördern. Damit war Würzburg die erste Stadt in Deutschland, die Biotonnen ausschließlich für kompostierbare Abfälle aufstellte.

Geschichte

Die Initiative wurde 1981 von Studenten nach einem theologischen Seminar und durch Klaus Wenger mitbegründet. Aufgeschreckt durch das Buch „Die Grenzen des Wachstums“ (Bericht des Club of Rome, Hrsg. Dennis Meadows) wollte man der Verschwendung in der Praxis den Recyclinggedanken entgegensetzen. Zur selben Zeit waren die Deponiemöglichkeiten erschöpft, und die Müllverbrennungsanlagen schossen wie Pilze aus dem Boden. Durch den aufkommenden Widerstand dagegen fand die Initiative großen Rückhalt in der Bevölkerung. Studenten der Fakultät für Biologie und der Bund Naturschutz Würzburg halfen in der Anfangsphase mit. 1984 standen die ersten 50 „OMA“-Biotonnen in vier Stadtbezirken. Die mit einem städtischen Auto eingesammelten Küchenabfälle wurden auf dem Kompostplatz in Randersacker kompostiert und in den Sommermonaten verkauft. 1986 stehen die ersten Biotonnen auch in der Gemeinde Gerbrunn. 1990/1991 ist mit Grombühl der erste Stadtteil flächendeckend mit Biotonnen bestückt und die WKG wird gegründet, die an der Sauleite einen offenen Kompostplatz mit Mietenkompostierung betreibt. 1992 haben alle Gemeinden im Landkreis Würzburg Biotonnen. Der Landkreis kompostiert in Reichenberg per Mattenkompostierung und in Oberpleichfeld durch Mietenkompostierung. Seit 1997 steht die Biotonnen in allen Stadtbezirken in Würzburg zur Verfügung und 1998 geht das neue Kompostwerk Würzburg GmbH mit Tunnelkompostierung für 25.000 Tonnen pro Jahr in der Kitzinger Straße in Betrieb.

Ende der Initiative

Als die Gründer um das Jahr 1986 die universitäre Ausbildung abschlossen und ins Berufsleben wechselten, wurde die Organische Müllabfuhr in einer Kooperation von Volkshochschule, OMA e.V und Arbeitsamt Würzburg als Qualifizierungsprojekt für schwer vermittelbare arbeitslose Jugendliche weitergeführt. 1990 übernahm dann die Stadt Würzburg die separate Sammlung der Bioabfälle und die Kompostierung. Der Verein OMA e.V. brachte seine Vorarbeit, sein Knowhow und sein Vereinsvermögen ein und wurde Anteilseigner an der neu gegründeten Kompostgesellschaft. Nachdem der Vereinszweck erfüllt war, hat sich der Verein OMA e.V. im Dezember 2015 aufgelöst.

Stifter

Die jährlichen Ausschüttungen der WKG wurden zum Teil an Umweltinitiativen weitergegeben, zum anderen Teil als Gründungskapital in die 2006 neu gegründete Würzburger Umwelt- und Naturstiftung eingebracht. Im Zuge der Umstrukturierung der WKG verkaufte der Verein seine Anteile am Kompostwerk Würzburg. Auch dieser Erlös ist zum größten Teil in die Stiftung geflossen. Damit standen die Erträge aus 470.000 Euro Stiftungskapital dem Umwelt- und Naturschutz zur Verfügung.

Ehemalige Anschrift

Organische Müllabfuhr OMA e.V.
Fichtestraße 10
97074 Würzburg

Siehe auch

Weblinks