Ludwig der Fromme

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Ludwig der Fromme (Gemälde von Jean-Joseph Dassy (1837))

Ludwig der Fromme (* Sommer 778 Chasseneuil, † 20. Juni 840 bei Ingelheim) war letzter gesamtfränkischer König.

Familiärer Hintergrund[Bearbeiten]

Ludwigs ältester Sohn war Lothar I., drittältester Ludwig II. der Deutsche, sein Vater wiederum Karl der Große.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

In romanischer Umgebung aufgewachsen, beherrschte er das Lateinische völlig, verstand aber auch das Griechische, während er der volkssprachlich-fränkischen Tradition weniger Interesse entgegenbrachte als sein Vater. Nachdem Karl der Große inzwischen von Byzanz als Kaiser anerkannt war, krönte er nach oströmisch-byzantinischem Brauch am 11. September 813 in Aachen seinen nunmehr alleinigen Nachfolger Ludwig zum Mitkaiser.

König und Kaiser[Bearbeiten]

Mit dem Tod seines Vaters am 28. Januar 814 sanktionierte er als neuer Kaiser den Ausgleich mit Byzanz. Mit der Konstituierung der Bistümer Hildesheim und Halberstadt und des Missionserzbistums Hamburg sowie der Klöster Corvey und Herford vollendete Ludwig die Basis der sächsischen Kirchenorganisation. Es folgten 817-19 weitere Bestimmungen für Bischofskirchen und Klöster (Wahlrecht, Reichslasten, Einkünfteregelung, Sicherung und Beaufsichtigung der Eigenkirchen). Der Wille zur Konsolidierung gewachsener Ordnung gipfelte in einer großzügigen politischen Neuregelung, die die zustande gekommene Einheit des Gesamtreiches im Zeichen des Kaisertums zum durchdachten Prinzip erhob. Diese Ordinatio imperii untersagte über Ludwigs Tod hinaus weitere Teilungen und gab der nach Sinn und Tradition genossenschaftlichen Teilung eine herrschaftliche Wendung: Die Teilkönige sollten in allem, was über ihre interne Autonomie hinausging, dem Kaiser untergeordnet bleiben. Dieses theologisch fundierte, kaiserlich formulierte Programm war eine sehr frühe Reichs- und Staatsidee, die dem Rechtsdenken des Zeitalters weit vorauseilte.

Da nach Karls Eroberungen keine großen expansiven Erfolge mehr möglich waren, war es Ludwig von Anfang an vorgezeichnet, sich auf die weniger spektakuläre innere Konsolidierung des Reiches konzentrieren zu müssen. Ludwigs Tragik war es, dass sein oben beschriebener, von ihm bis zuletzt modifiziert aufrechterhaltener Plan zur Wahrung der Reichseinheit kein Erfolg beschieden war. Mit ihm nahm die Teilung des Karolingerreiches seinen Anfang.

Zeugnisse in Stadt und Landkreis[Bearbeiten]

  • Am 20. Januar 820 wird Eßfeld als Eichesfeld in einer von Kaiser Ludwig dem Frommen zu Aachen ausgestellten Urkunde erstmals erwähnt.
  • Durch einen Tauschvertrag, den Ludwig der Fromme bestätigte, erwarb am 9. Juli 839 das Kloster Fulda von dem Gaugrafen Poppo einen Teil des Forstes Spehteshart (Spessart) und die Holzmühle (Remlingen).
  • Das Dorf Kürnach wird im Jahre 822 in der Bestätigung eines Gütertausches ihn genannt.
  • Zwischen 814 und 832 erteilt er Würzburg das Zollrecht (inklusive Marktzoll).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]