Joseph Heine

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Dr. Joseph von Heine (* 28. November 1803 in Würzburg; † 4. November 1877 in München) war Arzt, Politiker und Medizinalrat in der Pfalz.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Joseph Heine wurde als Sohn des Orthopäden Johann Georg Heine geboren. Sein Cousin war Bernhard Heine.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er besuchte bis 1824 das Würzburger Gymnasium, verweigerte sich einer längerfristigen Mitarbeit in der väterlichen Werkstatt und studierte anschließend an der Medizinische Fakultät der Universität Würzburg und in München Medizin. 1827 legte er das Staatsexamen ab und promovierte im gleichen Jahr in Würzburg zum Doktor der Medizin.

Die Abreise seines Vaters Johann Georg nach Holland zwang Joseph 1829 zur Rückkehr nach Würzburg, wo er für ein Jahr zusammen mit seinem Vetter Bernhard das Karolinen-Institut leitete und mit diesem gemeinsam an der Entwicklung einer speziellen Knochensäge, dem „Osteotom“, arbeitete. 1830 bis 1831 ging er nach Wien und Warschau, um Verwundete des polnischen Novemberaufstandes und Cholera-Kranke zu behandeln. Selbst an Typhus erkrankt, musste er nach Bayern zurückkehren und er praktizierte als Arzt in Homburg am Main und in Würzburg, ehe er sich als Kantonsarzt im pfälzischen Waldmohr bewarb und mit der Ernennung 1836 königlich bayerische Beamter wurde, was er bis zu seinem Tode blieb.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Im Revolutionsjahr 1848 bewarb sich Joseph Heine um einen Sitz in der Frankfurter Nationalversammlung, unterlag aber knapp. Seine zweite Bemühung um ein politisches Mandat war erfolgreich und er wurde in die zweite Kammer des bayerischen Landtags gewählt. Das Mandat gab er 1851 wieder zurück und ging als Stadtgerichtsarzt und Krankenhausleiter nach Bamberg.

Medizinalrat und Chefarzt[Bearbeiten]

Er erhielt als Kantonsarzt in Germersheim die Oberaufsicht über das Gesundheitswesen des bayerischen Regierungsbezirks und leistete bis 1875 hervorragende Arbeit in seiner Zuständigkeit für die Überwachung der Ärzteschaft, der Krankenhäuser und Apotheken in der gesamten Pfalz. Seine guten Verbindungen zur deutschen Ärzteschaft, wie beispielsweise zu Rudolf Virchow, ermöglichten es, dass im Sommer 1861 die 36. Versammlung der deutschen Ärzte und Naturforscher in Speyer stattfand. Danach wechselte er als Kreis- und Stadtgerichtsarzt nach Bamberg und wurde dann Chefarzt am dortigen öffentlichen Krankenhaus und Hausarzt im Bamberger Bürgerspital.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Joseph Heine wurde mit Eintritt in den Ruhestand 1875 mit dem bayerischen Personaladel ausgezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • August Rütt: Heine, ein Name deutscher Pioniere der Orthopädie des frühen 19. Jahrhunderts in Würzburg und ihre Wirkung für die „Alte Welt“, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 4 (1986), S. 93-103; S. 96 f.
  • August Rütt und Wolfgang Küsswetter: Der Ursprung der deutschen Orthopädie in Würzburg und ihre Entwicklung zur selbständigen medizinischen Disziplin, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 1 (1983), S. 107-124; S. 112 f.

Weblinks[Bearbeiten]