Johann Bartholomäus Adam Beringer

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Prof. Dr. Johann Bartholomäus Adam Beringer, auch Johann Barthel Adam Beringer (* um 1670 in Würzburg; † 11. April 1738 ebenda) war Medizinprofessor und Leibarzt des Fürstbischofs von Würzburg.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

Beringer, der Sohn eines Würzburger Medizinprofessors, war seit dem 14. Dezember 1694 bis zu seinem Tode 1738 Professor an der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Professor der Zootomie (Lehre vom Feinbau der Tiere) und Dekan der Universität Würzburg. Von 1701 bis 1707 war er Professor an dem mit der Botanik verbundenen Lehrstuhl der Anatomie. [1] Beringer erhielt in Würzburg den Auftrag, den Botanischen Garten auszubauen. Hierzu installierte er beheizbare Gewächshäuser, beschaffte Pflanzen aus Holland und katalogisierte diese. Der „Hortus botanicus“ des Juliusspitals wurde, nach Leydener Vorbild, unter Adam Beringers Leitung zu einer international renommierten Einrichtung. Publikumswirksam war beispielsweise die 1717 stattgefundene Blüte des dort zu besichtigenden Riesenkaktus. [2]

Gefälschte Fossilien[Bearbeiten]

Sein Leben und sein zu der Frühaufklärung zählendes Lebenswerk wird überstrahlt durch die von ihm durch Abbildungen 1726 veröffentlichten Würzburger Lügensteine. Er fand in einer Sandgrube am Eibelstadter Kapellenberg mehrere Versteinerungen, die ihn veranlassten 1726 ein Werk unter dem Titel: Lithographiae Wirceburgensis, ducentis lapidum figuratorum a potiori insectiformium prodigiosis imaginibus exornatae specime herauszugeben. Mit dem Fund war ihm jedoch von Studenten ein Streich gespielt worden, denn die Versteinerungen, die Beringer für echt hielt, waren von einem Steinmetz gefertigt und am Fundort vergraben worden. Beringer räumte später seine Täuschung ein.

Literarisches Werk[Bearbeiten]

  • Lithographia Wirceburgensis, Würzburg 1726 und (mit neuem Titelblatt) 1767.

Trivia[Bearbeiten]

Seither steht in Wissenschaftskreisen die Redensart: „Es ist ihm wie Beringer gegangen“ oder „Es ist schon manchem gegangen wie Beringer“ für die sprichwörtliche Bedeutung: „Er ist betrogen worden.“

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Theodor Heinrich Schiebler: Anatomie in Würzburg (von 1593 bis zur Gegenwart), in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 985-1004, S. 987
  2. Gundolf Keil: Eine Universität stellt sich vor: Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Aktuelle Urologie 33/1 (2002), S. 46-52

Weblinks[Bearbeiten]

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