Johann Adam von Seuffert

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Johann Adam von Seuffert

Prof. Dr. Johann Adam von Seuffert (* 15. März 1794 in Würzburg; † 8. Mai 1857 in München) war Professor des Rechts an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und später Appelationsgerichtsrat. Er ist seit 1819 Ehrenbürger der Stadt Würzburg.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Johann Adam Seuffert wurde als Sohn des würzburgischen Hofrats Johann Michael von Seuffert geboren. Am 12. April 1819 heiratete er in München Augusta Zink, Tochter des späteren Direktors des Würzburger Appellationsgerichts, Ernst August von Zink.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach dem Besuch von Volksschule und Gymnasium studierte er an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg zunächst zwei Jahre Geschichte und danach Rechtswissenschaften. Das Studium unterbrach er 1814, um als Leutnant im Würzburgischen Freiwilligen Jägerbataillon an der Endphase der Befreiungskriege in Frankreich teilzunehmen. Seine Kriegsbegeisterung kühlte rasch ab und im Februar 1815 gelang es ihm mit Hilfe seines Vaters, den Abschied vom Militär zu nehmen. Bereits im März 1815 erhielt er an der Würzburger Universität mit einer Arbeit über eherechtliche Fragen die Doktorwürde. Danach wechselte er an die Georg-August-Universität in Göttingen, wo er im Wintersemester 1815/1816 habilitiert wurde.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

Anschließend war er als Privatdozent an der Universität Würzburg tätig, dort erhielt er im Juli 1817 eine außerordentliche Professur für Geschichte, Pandekten sowie bayerisches Zivilrecht; zum ordentlichen Professor wurde er 1819 ernannt.

In den folgenden Jahren widmete sich Seuffert ganz seinem Beruf. Er stieg schnell auf und erregte dadurch Neid und Mißgunst. [1] Sein Hauptwerk, das „Lehrbuch des praktischen Pandektenrechts“ erschien 1825.

Rektor der Universität Würzburg[Bearbeiten]

Johann Adam von Seuffert war Rektor der Universität von 1831 bis 1832.

Abgeordneter im Bayerischen Landtag[Bearbeiten]

Im Jahre 1831 wurde er als Vertreter der Würzburger Universität in den bayerischen Landtag gewählt, er war auch dessen zweiter Präsident. Als Nachwirkung der Julirevolution von 1830 in Frankreich kam es auch in Bayern zu politischen Unruhen. König Ludwig I. von Bayern reagierte mit Repressionen und verschärfte die Pressezensur. Im Landtag wurde dies als Verletzung der Verfassung bewertet. Johann Adam Seuffert wurde vorgeworfen, zu sehr der Demokratie zuzuneigen und für die Unruhen mitverantwortlich gewesen zu sein. Die Regierung entzog ihm am 1. September 1832 das Lehramt, Seuffert wurde als Richter an das Appellationsgericht Straubing strafversetzt. 1834 wurde er nach Ansbach und 1838 nach Eichstätt versetzt. Seine Tätigkeit als Universitätslehrer konnte er nicht wiederaufnehmen. Während seiner Tätigkeit als Richter begann er Gesetzeskommentare zur bayerischen Gerichtsordnung. Diese Rechtsschriften dienten unter anderem der Fortbildung von Beamten. [1] Einen Ruf an die Universität Zürich lehnte er 1838 ab. Wegen eines Nervenleidens beantragte er die vorzeitige Versetzung in den Ruhestand, die 1839 gewährt wurde.

Literarisches Werk[Bearbeiten]

Nach seiner Pensionierung zog Seuffert nach München, wo er eine Revision seines Kommentars zur Gerichtsordnung vornahm und eine neue Auflage des Lehrbuch des praktischen Pandektenrechts betreute. Er begründete 1847 das „Archiv für die Entscheidungen der obersten Gerichte in den deutschen Staaten“, das oft „Seuffert's Archiv“ genannt wurde. Es wurde bis 1944 fortgeführt. Seuffert veröffentlichte 1848 unter dem Pseudonym Julius Steinbühl „Epigramme und Sinnsprüche eines Unparteiischen“. Im Jahre 1848 setzte er sich für die Errichtung eines Staatenbundes in Deutschland ein, also gegen einen Bundesstaat. Er wandte sich auch gegen die Einrichtung einer Republik. Er setzte sich gegen die absolute Souveränität eine Parlamentes ein und forderte gemäßigte Reformen in der Verfassung und innerhalb der Monarchie. Im Jahre 1850 erhielt er den persönlichen Adel.

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Seine letzten Jahren verbrachte er körperlich geschwächt und zurückgezogen. Er starb an einem Nervenleiden. Seuffert hinterließ fünf Töchter und zwei Söhne, er wurde auf dem Münchner Südfriedhof begraben. [2]

Ehrungen und Auszeichnugen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Beate Kann: Würzburgs Ehrenbürger 1819 bis 1837. Stadtarchiv Würzburg 1993
  2. Andreas Quentin: Johann Adam von Seuffert (1794–1857) in In Stein gehauene Rechtsgeschichte aus zwei Jahrtausenden, Oberlandesgericht Nürnberg, 2008

Weblinks[Bearbeiten]

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