Huttenlichtspiele

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Eingang zu den Huttensälen in den 60er Jahren
Die Huttensäle im Jahre 1979

Die Huttenlichtspiele waren ein Kino in den Huttensälen in der Virchowstraße 2.

Geschichte[Bearbeiten]

Die letzte Kinoeröffnung vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges fand am 30. November 1944 mit dem Film „Affäre Rödern“ statt. [1] Die Huttensäle, seit vielen Jahren bereits eine Großgaststätte und Varietétheater mit gelegentlichen Filmvorführungen war Würzburgs fünftes Lichtspieltheater. Das Ehepaar Karl und Mina Wolz hatte sich unter Mithilfe ihrer Tochter Hela entschlossen, den Familienbetrieb auf ein Lichtspieltheater umzustellen. Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurde es bereits ein Jahr nach seiner Öffnung wie alle anderen Lichtspieltheater zerstört.

Nach Kriegsende nahmen von den für zuvor in Würzburg bestehenden Kinos nur drei ihr Geschäft wieder auf: die Huttenlichtspiele, die Passage-Lichtspiele und das Odeon-Lichtspieltheater. Am 5. August 1949 zeigten die Huttenlichtspiele bei ihrer Wiedereröffnung den Film „Das Dschungelbuch“ in Farbe im großen Festsaal, der vorläufig als Kinoraum diente. Am 11. November 1949 war der Ausbau des endgültigen Kinosaals beendet. [2] Der Zuschauerraum war nach der Renovierung 1949 so gestaltet, das die gesamte Bestuhlung innerhalb kurzer Zeit entfernt werden und der Saal für Tanz- und andere Veranstaltungen verwendet werden konnte. [3]

Am Sonntag, 4. Juli 1954 boten die Huttenlichtspiele ihren Besuchern die „Übertragung des Endspiels um die Fußball-Weltmeisterschaft durch die Fa. Radio-Schwab.“ [4] Deutschland besiegte im Berner Wankdorf-Stadion wider alle Erwartungen die stark favorisierten Ungarn mit einem 3:2. Trotz aller Erfolge gab Hela Wolz das Filmgeschäft auf. In den 1950er Jahren wechselten die Huttenlichtspiele zweimal den Besitzer. So übernahm Friedrich Schmidt, Leiter der Passage-Lichtspiele, am 1. Oktober 1954 das Kino mit seinen 642 Sitzplätzen für die nächsten drei Jahre. Er ergänzte die technische Einrichtung seines Kinos unter Beibehaltung der vorhandenen FP 6 Vorführmaschinen mit einer Philips Tonanlage. Die Nachfolge von Schmidt trat am 27. September 1957 Carl Drexler, Inhaber der Odeon-Lichtspiele, an. Über die Gründe der Besitzerwechsel ist nichts genaues bekannt. Es kann vermutet werden, dass sich durch die dezentrale Lage und die ungenügende Ausstattung Probleme bei der Behauptung gegen die Konkurrenz ergaben.

Der allgemeine Besucherrückgang seit Ende der 1950er Jahre durch den Einzug der neuen Fernseh-Technik in die Wohnzimmer der Stadtbewohner machte aber auch den Huttenlichtspielen schwer zu schaffen. Die Besucherzahlen sanken rapide. Und auch die wachsende Mobilität und ein erweitertes Freizeitangebot trugen ihren Teil für den Besucherrückgang der Kinos bei. Die ersten, die ihr Geschäft aufgeben mussten, waren die Huttenlichtspiele. Als letzten Film vor der Schließung am 26. Juli 1969 zeigte das Lichtspielhaus den Western „Vera Cruz“ mit Burt Lancaster und Gary Cooper.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

In dem Gebäudekomplex befindet sich heute eine Tegut-Filiale.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frank Ißleib: Alles frisch. Vom Supermarkt zum Filmpalast. in: Herr Schmidt mit Pupille, 9. Ausgabe, Würzburg 1988, S. 107
  2. Main-Post: „Würzburgs viertes Kino“ (4. August 1949)
  3. Hutten-Lichtspiele auf allekinos.com
  4. Main-Post vom 3. Juli 1954

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Ehemaliger Standort
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