Hof Emeringen

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Hof Emeringen
Portal des Hof Emeringen

Der Hof Emeringen im Stadtbezirk Altstadt in der Otto-Wels-Straße ist ein nach den Plänen von Antonio Petrini 1699 errichteter ehemaliger Kanonikatshof des Stiftes Neumünster.

Geschichte[Bearbeiten]

Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurde der Barockbau weitgehend zerstört, nur ein Teil der Außenfassade sowie das Portal mit Wappen und Madonna blieben erhalten. Im Jahre 1968 ließ ihn die damalige Bayerische Vereinsbank rekonstruierend wieder aufbauen. 2012 wurde das Gebäude abgerissen um Platz zu schaffen für eine neue Einfahrt zur Marktgarage in der Martinstraße. In den Folgejahren entstand der neue Hof Emeringen nach dem Vorbild seines Vorgängerbaus um ca. 2 Meter verkürzt wieder, wobei die Fensterreihen enger zusammenrücken mussten, was die klare vertikale Tendenz der Gliederung der Originalbaus stark beeinflusste. Nach Auffassung des Landesamtes für Denkmalschutz ist die „Neuinterpretation“ von Petrinis Bauwerk „eine grobe Verfälschung der Architekturgeschichte.“ [1] [2]

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Wie bei anderen Petrini-Bauten, ist auch das Gebäude des Hof Emeringen ein gradliniger, großflächiger und klar gegliederter Baublock mit Walmdach. Zehn Fensterachsen, deren Emporstreben allerdings ausgeprägter ist als bei anderen Petrinibauten, gliedern den Bau. Die Fenster werden von schweren horizontalen Verdachungen abgeschlossen, was aber die klare vertikale Tendenz der Gliederung nicht beeinflusst. Der seitliche Abschluss der Fassade erfolgt durch zwei Pilaster.

Das barocke Bossenportal wird bekrönt von einer Bildhauerarbeit des Balthasar Esterbauer aus dem Jahre 1699. Das von der Herzogskrone, Krummstab und Schwert bekrönte Wappen des Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau wird flankiert von einem üppigen, bewegten Akanthusblätterkranz. Darüber thront eine Madonna, die Herzogin von Franken mit dem Jesuskind auf einer Wolken-Putti-Konsole. Die Portalbekrönung ist das monumentalste Werk von Balthasar Esterbauer. Sie ist neben dem Kopfstein des Portalbogens das einzige Original aus dem 17. Jahrhundert.

Madonnenplastik[Bearbeiten]

Über dem reich mit Akanthusblättern verzierten Aufsatz mit dem farbig gefassten Wappen des Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau ist eine für Würzburg einzigartige Madonnenplastik zu sehen. Flüchtig betrachtet erscheint die symmetrisch in der Mittelachse des Gebäudes angeordnete Madonna als Bestandteil des Wappenaufsatzes, sie ist aber eine eigenständige Plastik und zwischen den beiden Fenstern in die Hauswand eingelassen. Der Wappenaufsatz dagegen sitzt direkt auf dem Portalgesims auf. Sichtbar ist diese Zweiteiligkeit nur von der Seite. Balthasar Esterbauer‘s Absicht war zweifellos eine Vereinigung mit dem Wappen.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Lucia Longo: Antonio Petrini - Ein Barockarchitekt in Franken, Verlag Schnell & Steiner, München-Zürich 1985 (Stadtbücherei Würzburg Drm Pet)
  • Rudolf Edwin Kuhn: Barockmadonnen in Würzburg. Pro Arte Publikation, Würzburg 1982 (Stadtbücherei Drk 2 Kuh)

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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