Heinz Seeliger

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Prof. Dr. Heinz Paul Richard Seeliger (* 1. November 1920 in Warmbrunn - heute Cieplice Śląskie-Zdrój, ein Stadtteil der polnischen Stadt Jelenia Góra in der Woiwodschaft Niederschlesien; † 10. April 1997 in Würzburg) war von 1963 bis 1989 Lehrstuhlinhaber für Hygiene und Mikrobiologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Seeliger machte 1939 in Liegnitz das Abitur und studierte während des Zweiten Weltkrieges Medizin an den Universitäten Breslau, wo er 1941 das Physikum, und Leipzig, wo er 1945 ein Notexamen bestand. Nach dem Krieg arbeitete er als technische Hilfskraft und dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrallabor der US-Streitkräfte in Heidelberg. Sein reguläres Staatsexamen holte er 1947 in Frankfurt am Main nach. 1950 wurde er wissenschaftlicher Assistent am Hygiene-Institut der Universität in Bonn, wo er sich 1954 habilitierte.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

1963 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Hygiene und Mikrobiologie an die Universität Würzburg, wo er dem gleichnamigen Institut als Ordinarius und Leiter von 1965 bis 1989 vorstand und auch das Fach Tropenhygiene lehrte.

Forschungsgebiete[Bearbeiten]

Forschungsschwerpunkte bildeten dabei die Lysteria-Listeriose-Forschung (bakterielle Gehirnhautentzündung, vorwiegend bei Schwangeren auftretend), das Feld der bakterienbedingten Enteritis (Darmentzündung) und die medizinische Mykologie (Pilzkrankheiten). Als bislang einziger Deutscher war der Afrika-Kenner Seeliger von 1978 bis 1982 Präsident der "International Union of Microbiological Societies". Seeligers Nachfolger wurde Professor Jürgen Heesemann.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Stifter[Bearbeiten]

Aus seinem Erbe wurde die Heinz P. R. Seeliger-Stiftung nach seinem Tod 1997 eingerichtet, die alljährlich Wissenschaftler auszeichnet, die im Forschungsgebiet von Prof. Seeliger bemerkenswerte Ergebnisse erzielt haben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz P. R. Seeliger: 50 Jahre erlebte Mikrobiologie und Hygiene. Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 9 (1991), S. 207-216
  • Artikel in der Fachzeitschrift Mycoses, Nr. 43 aus 2000, S. 3 f.
  • Andreas Mettenleiter: Selbstzeugnisse, Erinnerungen, Tagebücher und Briefe deutschsprachiger Ärzte. Nachträge und Ergänzungen. Würzburger medizinistorische Mitteilungen 19 (2000), S. 459-524; S. 511a

Weblinks[Bearbeiten]