Hans Haffenrichter

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Prof. Hans Haffenrichter (* 31. August 1897 in Würzburg; † 22. Februar 1981 in Prien/Chiemsee) war Mechaniker, Maler, Bildhauer und Kunstprofessor.

Leben und Wirken

Sein Geburtshaus in der Wolfhartsgasse 5 war den Häusern von Balthasar Neumann und Tilman Riemenschneider benachbart. Mit 13 Jahren erhielt er den ersten Malunterricht im Polytechnischen Zentralverein Würzburg und begann nach der Schulzeit eine Mechaniker-Lehre in den Werkstätten der Universität Würzburg.

Die Begegnung mit einem besonderen Kunstwerk scheint für Haffenrichters Hinwendung zur Malerei von großem Gewicht gewesen zu sein: Im Sommer 1919 weilte er in München und erfuhr, dass der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald zur Bewahrung vor Kriegsschäden aus Colmar in der Alten Pina­kothek ausgelagert sei. Beim Isen­heimer Altar spielen Lichtphänomene eine beträchtliche Rolle. Das „Strahlen­wunder der Himmelfahrt“ auf dem rechten Flügel der ersten Wandlung des Altars hinterließ einen bleibenden Eindruck auf den jungen Haffenrichter. Im Herbst 1921 wurde Haffenrichter als Schüler des Bauhauses in Weimar auf­genommen. Haffenrichter blieb vier Jahre lang Leiter der Kunstschule „Der Weg“ in Berlin. 1931 bis 1933 wurde er als Professor für Kunst- und Werkerziehung an die Pädagogische Akademie in Elbing/Pommern berufen. Von 1941 bis 1952 leitete er die Abteilung Malerei an der Werkkunstschule in Wiesbaden. Anschließend war er wieder als frei schaffender Künstler tätig.

Genre

Haffenrichter war beschäftigte sich mit abstrakten Wand- und Glasmalereien, sowie Mosaike, Graphiken und Plastiken. Ein Hauptthema seiner Malerei galt nicht der Darstellung einzelner Pflan­zen an sich, nicht der botanischen Besonderheit, sondern deren Einbindung in den Kosmos. 1937 waren seine Werke auf der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München vertreten. Einerseits erhielt er ein Berufsverbot, andererseits Aufträge aus der Industrie und bildhauerische Arbeit, was die Inkonsequenz nationalsozialistischer Kulturpolitik widerspiegelt.

Haffenrichters ungebrochene Begeisterung und Neugier für die Zusammen­hänge der Natur machte ihn weiterhin zu einem aufgeschlossenen Partner von Industrie und Institutionen bei der Visualisierung nicht sichtbarer Phänomene. So schuf Haffenrichter in den Jahren 1955 und 1956 drei Glasmosaiken für das Mineralogisch-Petrologische Institut und das Museum der Universität Bonn. In den 1970er Jahren zog sich Haffenrichter von großen Aufträgen zurück. Doch unermüdlich verfolgte er in seinen Bildern, von denen er die kleineren auf Papier „Tagebuchblätter“ nannte - wie regelmäßige Aufzeichnungen - sein Anliegen, Natur und Schöpfung in Farbe zu übersetzen.

Werke (Auszug)

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Hans Haffenrichter: Erinnerungen an meine Jugend in Würzburg. In: Rolf Linnenkamp: Der Maler Hans Haffenrichter und das einheitliche ästhetische Feld. In Mainfränkische Hefte 57, Würzburg 1972, S. 5
  • Hanswernfried Muth, Einführung in die Ausstellung Hans Haffenrichters im Kunstverein Minden; zitiert nach Ausstellungsbesprechung im Minde­ner Tageblatt vom 19. März 1974

Weblinks