Hans Franke

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Prof. Dr. Hans Franke

Prof. Dr. Hans Franke (* 1911 in Königshütte/Oberschlesien; † 2000 in Tutzing/Starnberger See) war Internist, Pionier der Altersforschung (Gerontologie, in der Medizin die Geriatrie) in Deutschland und Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Leben und Wirken

Franke kam als Privatdozent aus Innsbruck im Wintersemester 1948/49, gemeinsam mit Professor Ernst Wollheim, nach Würzburg und wurde Erster Oberarzt an der Medizinischen Klinik.

Professor in Würzburg

Er war in den Jahren 1949 bis 1982 an der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg tätig als Chef der Medizinischen Universitätspoliklinik ab 1956 und Ordinarius für Innere Medizin von 1954 bis 1982. [1] Er wurde durch eine erste Hundertjährigenstudie in Deutschland, „Altwerden und Altsein“ (1971), in Fachkreisen über Deutschland hinaus bekannt. Zu seinen Schülern gehörten Ärzte wie Dr. Walter Swoboda und Dr. Michael Schwab. Er wohnte im Mittlerer Dallenbergweg 6a.

Forschungsgebiete

Sein wissenschaftliches Interesse galt der Langlebigkeit. So erreichte er mit seiner Studie über Hundertjährige eine hohe Aufmerksamkeit in medizinischen Fachkreisen, die über Deutschlands Grenzen hinausging und wurde so zum Wegbereiter der Geriatrie.

Publikationen (Auszug)

  • 1957: mit Josef Schröder: Die Würzburger Medizinische Universitäts-Poliklinik 1807-1957, Stuttgart 1957
  • 1979: Geriatrie. Reihe Taschenbücher Allgemeinmedizin. Springer-Verlag, Berlin. 146 Seiten. ISBN 3540094768
  • 1984, drei Jahre nach seiner Emeritierung, erschien sein Buch „Auf den Spuren der Langlebigkeit“, worin er die Ergebnisse der Befragung von inzwischen 575 Männern und Frauen vorstellte. F.K. Schattauer-Verlag, Stuttgart-New York. (Stichworte sind darin: Hochaltrigkeit, Höchstaltrigkeit, Centenarians, Gerontology, Erblichkeit, Alter ist weiblich; kurz bei: [1])
  • 1987: Hoch- und Höchstbetagte. Ursachen und Probleme des hohen Alters. Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg-New York.
  • 1993: Multimorbidität und Polypathie in der Praxis. Unter Mitarb. von Axel Schramm, Schriftenreihe Geriatrie-Praxis, München, MMV, Medizin-Verl., Braunschweig , Wiesbaden, Vieweg. 155 S. ISBN 3820812261 (Multimorbidität, das Vorhandensein mehrerer behandlungsbed. Krankheiten ist die Besonderheit der Geriatrie)

Erinnerung

  • An ihn erinnert der Hans-Franke Preis, erstmals anlässlich des hundertsten Geburtstages Frankes im Oktober 2011 verliehen. Dieser Wissenschaftspreis zielt auf Arbeiten aus dem deutschsprachigen Raum und wird durch die Treuhandstiftung FUTURA (FUTURA steht für Förderung und Training ungenutzter Ressourcen im Alltag) in enger Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg für innovative kürzlich veröffentlichte oder von zur Veröffentlichung anstehenden Arbeiten aus dem gesamten Spektrum der Geriatrie mit den Bereichen Gesundheitsförderung, Prävention, Diagnostik, Therapie, Versorgungsforschung, Rehabilitation und Lehre verliehen.
  • Station „Hans Franke“ im Geriatriezentrum im Bürgerspital (der Grundsatz Rehabilitation vor Pflege meint, dass auf die Wiedergewinnung der Selbständigkeit gerade beim alten Patient hinzuarbeiten ist.) [2]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kurt Kochsiek und Peter Deeg: Die Geschichte der medizinischen Universitätsklinik im Luitpoldkrankenhaus 1921-1981, in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 909-919, S. 914
  2. Charlotte Breyer, Dr. Michael Schwab und Prof. Dr. med. Werner Othmar Strik: Hans Franke die Medizinische Poliklinik und das Bürgerspital – Würzburger Wurzeln der Geriatrie, in: Lust und Last des langen Lebens, Echter Verlag, gebundene Ausgabe, 24.Oktober.2016