Georg Friedrich von Hertling

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Prof. Georg Friedrich Karl von Hertling

Prof. Dr. Dr. h.c. Georg Friedrich Karl Graf von Hertling (* 31. August 1843 in Darmstadt; † 4. Januar 1919 in Ruhpolding/Obb.) war Politiker der Zentrumspartei, Ministerpräsident im Königreich Bayern von 1912 bis 1917 und deutscher Reichskanzler am Ende des Ersten Weltkriegs.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Von Hertling studierte Philosophie in Münster, München und Berlin und promovierte 1864. Auf dem Katholikentag in Frankfurt/Main 1863 war er einer der Vordenker der katholischen Studentenverbindungen und gilt als einer der Gründerväter des Würzburger Bundes.

Professor in Bonn und München[Bearbeiten]

Nach seiner Habilitation 1867 in Bonn wurde er 1880 auf eine außerordentliche Professur berufen. Sein wissenschaftliches Interesse galt philosophiegeschichtlichen und staatsphilosophischen Problemstellungen. Diese Tätigkeit trug zur Gründung der Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft im katholischen Deutschland bei, deren Präsident er bis zu seinem Tode blieb. 1882 wurde Hertling nicht auf Vorschlag der Philosophischen Fakultät, sondern auf politisch motivierte Veranlassung des bayerischen Kultusministers Johann von Lutz zum ordentlichen Professor für Philosophie an die Universität München berufen.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Er gehörte für den Wahlkreis Koblenz von 1875 bis 1890 und von 1896 bis 1912 als Vertreter des Zentrums dem Reichstag an. Dort widmete er sich erst sozialpolitischen, später vor allem außen- und finanzpolitischen Fragen. Als Reichsrat auf Lebenszeit war Hertling zudem von 1891 bis 1918 Mitglied der Kammer der Reichsräte, der ersten Kammer des bayerischen Landtages.

Ministerpräsident im Königreich Bayern[Bearbeiten]

Am 9. Februar 1912 berief ihn Prinzregent Luitpold von Bayern zum Vorsitzenden des bayerischen Staatsministeriums und Außenminister, also zum Ministerpräsidenten.

Reichskanzler im Deutschen Reich[Bearbeiten]

Während des Ersten Weltkriegs unterstützte Hertling die Positionen von Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg und lehnte nach dessen Sturz 1917 zunächst die Übernahme der Reichskanzlerschaft ab. Erst nach dem Scheitern von Bethmanns Nachfolger Georg Michaelis erhielt Hertling doch noch die Ämter des Reichskanzlers im Deutschen Reich und preußischen Ministerpräsidenten bis zum 30. September 1918.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1891: Lebenslänglicher Reichsrat der Krone Bayerns
  • 1896: Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
  • 1914: Erhebung vom Freiherrenstand in den Grafenstand

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]