Gasthaus zum Löwen Oberleinach (Leinach)

Das Gasthaus zum Löwen war ein traditioneller Gastronomiebetrieb in der Gemarkung Oberleinach der Gemeinde Leinach.
Lage
Das Anwesen befindet sich in der Claus-Schnabel-Straße 1 an der Ecke zur Goldstraße.
Geschichte

Die Geschichte des uralten „Gemein-Schenkhaus“ reicht weit zurück. Am 30. Oktober 1341 wurde das öffentliche Gasthaus in der Gemeinde Oberleinach zum ersten Mal genannt. 1377 wurde der Wirt „Ecke-Wirt“ genannt. In einem Güterbuch des Würzburger Spitals zu den 14 Nothelfern, das um 1598 angelegt wurde, ist dieses Wirtshaus näher beschrieben worden: „Eine Hoffraith (Hof) an dem Tantzwerg, ist jetzunder ein Gemein Schenkhaus bei dem Brunnen an der Weedt“. Als Wirte lebten darin Bastian Vischer, danach Georg Klüpfel und Adam Hermann. Die Wirte mussten dem Hofspital, zu dem Oberleinach seit 1496 gehörte, Grundzins zahlen. Die Gemeinde verlieh 1582 ihre Schenkstatt um 40 fl jährlich. Alle anderen Häcker durften nur das ausschenken, was ihnen selbst gewachsen war.
1856 war Georg Adam Schunder Gastwirt in Oberleinach. Joseph Schunder aus Unterleinach kaufte 1897 das „Gasthaus zum Löwen“ Nr. 158 und suchte bei der Gemeinde um Konzession nach, die ihm gewährt wurde. Aber noch im gleichen Jahr 1897 ging das Gasthaus in den Besitz von Franz Mahler und Frau Barbara, geb. Schuckert, über. Sohn Rudolf Mahler und Frau Frieda, geb. Preißinger übernahmen 1920, Karl-Werner Mahler und Dora, geb. Öhrlein führten seit 1961 den Betrieb weiter, der dann in vierter Generation an Erwin Mahler überging.
Die alte Schenkstatt blieb stets der Mittelpunkt des Dorfes. Bis 1974 war das Gasthaus, vom Wasser der „Weedt“, durch die der Leinacher Bach floss, an der Nordseite umgeben. [1] Nach der Kanalisierung der Leinach ist daraus ein Platz mit einer Dorflinde und dem erneuerten Gemeinde-Laufbrunnen darauf geworden.
2016 übernahm Erwins Bruder Dieter Gasthaus und Scheune, der beide umfangreich modernisieren wollte. Aber trotz aller Versuche mit Hilfe der Städtebau- oder der Wirtschaftsförderung eine solche Modernisierung finanzierbar zu machen, war der Finanzbedarf viel zu hoch und damit nicht durchführbar. Hinzu kam 2020 die Covid-19-Pandemie, die das endgültige Aus des Tagesgeschäfts für das Gasthaus bedeutete und geschlossen wurde.
Quellen und Literatur
- Christine Demel: Leinach. Geschichte - Sagen - Gegenwart. Selbstverlag Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 244 f.
- Informationen von Dieter Mahler
Einzelnachweise
- ↑ Siehe hierzu die Uraufnahme im BayernAtlas.
