Gartenpavillon (Randersacker)

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Gartenpavillon (Ansicht Würzburger Straße)
Historische Abbildung des Gartenpavillons (undatiert)

Der Gartenpavillon in der Marktgemeinde Randersacker ist das kleinste erhaltene Bauwerk des Architekten Balthasar Neumann.

Lage[Bearbeiten]

Der Gartenpavillon steht unmittelbar an der Würzburger Straße neben dem Hotel-Gasthof Krone.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit der Heirat der 21 Jahre alten Tochter Eva-Maria Schild, Tochter des Hofkanzlers Schild aus Würzburg im Jahre 1725 kam Balthasar Neumann nicht nur in enge verwandtschaftliche Beziehungen zu zwei der angesehensten Beamtenfamilien des Hochstifts Würzburg, die Familie Schild und die mit ihr durch Heirat verbundene Familie des Würzburger Beamten und Ratsherren Reibelt, sondern zugleich zu Haus- und Weinbergsbesitz in Randersacker. Die Familie Schild besaß in Randersacker ausgedehnten Weinbergsbesitz in den besten Lagen. Die Familie Reibelt hatte im Jahre 1692 anstelle der durch den Dreißigjährigen Krieg zerstörten Edelhöfe in Randersacker drei neue Höfe erbauen lassen: das heutige Rathaus, das Haus in der Herrngasse 2 und ein drittes Haus an der Stelle des heutigen Gasthofes Krone.

1742 beabsichtigte Balthasar Neumann statt der Zäune eine Mauer an der heutigen Würzburger Straße zu errichten, um dadurch seinen Besitz vor den Überschwemmungen des Mains zu schützen und wandte sich deswegen mit einer Anfrage an das Domkapitel und die Gemeinde Randersacker. Ein Jahr später stimmten beide zu und die Mauer wurde 1743 errichtet. Balthasar Neumann zierte sie mit einem aufgesetzten Gartenhaus. Hoch über dem Main, der im 18. Jahrhunderts näher floss, war das feingliedrige Domizil Schmuck und Abschluss des Neumannschen Besitzes, in dem vermutlich des öfteren im Kreise froher Zecher gefeiert wurde.

Neumanns private Residenz ist im ursprünglichen Bestand bis in die heutige Zeit erhalten geblieben.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Mit schiefergedeckter welscher Haube, kupfernen Firstvasen, eingezogenen Ecken und Pilasterkapitellen krönt das Gartenhäuschen die ehemalige Dorfmauer. Alle Maßverhältnisse basieren auf dem Goldenen Schnitt. Die Baumaterialien sind Würzburger Werksandstein und Randersackerer Muschelkalk.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

1987 kaufte die Marktgemeinde Randersacker den Gartenpavillon von Antonie Schmitt, der Inhaberin des Gasthofes Krone und sanierte ihn in den Jahren 1990/1991. Angrenzend befindet sich der ehemalige Barockgarten, heute eine kleine Grünanlage mit Sitzgelegenheiten.

Balthasars Badewanne[Bearbeiten]

Der Blick auf das Gebäude war Namensgeber von Balthasars Badewanne, einem 2014 errichteten Brunnen schräg gegenüber.

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Randersacker/Maingasse


Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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