Franz Meinow

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Dr. Franz Meinow (* 2. August 1910 in Breslau/Niederschlesien; † 17. März 1947 in Ochsenfurt) war Staatswissenschaftler, Kommunalpolitiker und zweiter Landrat im Landkreis Ochsenfurt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Leben und Wirken

Meinow studierte nach seinem Abitur Staatswissenschaften an den Universitäten Wien, Berlin und Breslau und promovierte zum Dr. rer. pol. im Jahr 1934. Wegen eines schweren Herzfehlers war er für den Dienst in der Wehrmacht untauglich. Vor dem Einmarsch der russischen Truppen floh Meinow mit Familie aus Breslau zunächst nach Würzburg, wo er eine Anstellung als Hoteldirektor im Russischen Hof antrat. Nach dem Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 zogen die Meinows weiter nach Bad Kissingen, wo er auf Vermittlung des Regierungspräsidenten Adam Stegerwald Leiter des dortigen städtischen Ernährungsamtes wurde. Schon am 28. Juni 1945 setzte ihn die amerikanische Militärregierung als Ersten Bürgermeister der Stadt Bad Kissingen ein.

Landrat in Ochsenfurt

Am 12. April 1946 wurde Meinow zum Landrat des Kreises Ochsenfurt gewählt und durch die Militärregierung im August bestätigt. Bereits am 15. Februar 1947 wurde Meinow wegen Verdachts der Fragebogenfälschung, des Meineids und verschiedener Wirtschaftsdelikte als Landrat von der Landespolizei verhaftet und in den folgenden drei Wochen zweimal gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen, letztlich dann doch wieder verhaftet. Grund für die Verhaftung waren falsche Angaben, die er schon 1945 in Bad Kissingen in einem Fragebogen zur Entnazifizierung und in einem Personalbogen gemacht hatte, als er seine Mitgliedschaft in der Ortsgruppe Breslau der NSDAP seit 1. Mai 1937 verschwiegen hatte. Das Mittlere Militärgericht Würzburg in Ochsenfurt verhandelte im März 1947 gegen Meinow wegen Fragebogenfälschung und verurteilte ihn zu vier Jahren Gefängnis. Meinow entschied sich darauf hin für den Freitod und erhängte sich im Gefängnis in den Morgenstunden des 17. März.

Siehe auch

Quellen

Weblinks

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