Feldhüterhäuschen

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

In der Gemarkung Heidingsfeld existierten einstmals drei Feldhüterhäuschen, Unterstände der Feldhüter.

Geschichte[Bearbeiten]

Feldhüter (auch Flurhüter, Feldhüter, Bannwarte) waren herrschaftliche Organe zum Schutz von Forsten, Feldgrundstücken, Pflanzungen beziehungsweise der Früchte auf dem Feld gegen rechtswidrige Beschädigungen durch Menschen oder unbeaufsichtigte Tiere. Die Anstellung bedurfte in der Regel einer staatlichen Bestätigung. Während ihrer Arbeitszeit mussten Feldhüter ein Dienstabzeichen führen. Zum Schutz vor Regen, Schnee und Wind wurden Unterstände an exponierten Standorten errichtet, die einen weiten Blick in die Flur gewährleisteten.

Standorte[Bearbeiten]

Die drei Feldhüterhäuschen standen am Katzenberg/Kirchberg, Am Schellengraben und am Blosenberg (Fl.Nr. 9113 Gemarkung Heidingsfeld). Ein Häuschen wurde im Zuge des Autobahnbaus in den 1960er Jarhen abgerissen, das Häuschen am Schellengraben ist bislang unsaniert und am Gemeindewappen auf der Außenmauer erkennbar.

Feldhüterhäuschen am Blosenberg[Bearbeiten]

Das Feldhüterhäuschen am Blosenberg geriet im Lauf der Zeit in Vergessenheit, bis es 1998 bei einem Ortstermin von ansässigen Vereinen, Organisationen und Behörden wieder entdeckt wurde. Um diese Relikt der Heimat- und Kulturgeschichte Heidingsfelds zu erhalten, beschloss der Würzburger Stadtrat, der Bürgervereinigung die Ruine unentgeltlich zu überlassen mit der Verpflichtung, das Feldhüterhäuschen zu sanieren. Zehn Jahre bauten insgesamt 15 Helfer der Bauhütte Alt Heidingsfeld e.V., einer Tochterorganisation der Bürgervereinigung Heidingsfeld e.V., das Häuschen in rund 1870 Stunden Arbeit wieder auf. Die Kosten betruegen rund 66.000 Euro zu Buche, wobei das gesamte Baumaterial durch örtliche Firmen und Sponsoren gespendet wurde. Heute dient das Gebäude als Natur- und Umweltschutzinformationsstelle von Naturschutzwacht Würzburg, Bund Naturschutz und Landschaftspflegeverband und als Ausgangspunkt für Führungen ins benachbarte Trockenmagerrasengebiet und die Weinberge, sowie Kräuterwanderungen. Die Einweihung des Instand gesetzten ehemaligen Dienstgebäudes fand am 21. Juli 2016 statt. Seitdem beherbergt das Haus ein kleines Exemplar des Nagelkreuzes von Coventry und als Leihgabe bei Veranstaltungen eine alte Fahne der Büttnerzunft.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]