Edwin Michel

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Edwin Michel

Edwin Michel (* 12. März 1923 in Acholshausen; † 5. September 2016 in Ochsenfurt) war ein unterfränkischer Kunstmaler und Kunsthandwerker.

Leben und Wirken

Edwin Michel wurde am 12. März 1923 als Sohn der Landwirtseheleute Konrad und Dorothea Michel, geb. Deppisch in Acholshausen bei Würzburg geboren. Nach dem Besuch der örtlichen Schule begann er eine Malerlehre. Im Sommer 1941 wurde er als 18-jähriger bei der Organisation Todt [1] dienstverpflichtet und da er Maler war, auf einen Französischen Flugplatz verlegt, wo er erbeutete alliierte Flugzeuge umlackieren musste. Am 21. April 1942 wurde Michel zur schweren Flak-Ersatzabteilung 3 nach Regensburg einberufen und machte den Zweiten Weltkrieg bis zu seiner kurzzeitigen Kriegsgefangenschaft mit. [2] Bereits während des Krieges schuf er Portraits und fertigte Zeichnungen an. Nach seiner Rückkehr besuchte er die Kunst- und Handwerkerschule in Würzburg und studierte ab 1948 als Stipendiat an der Kunstakademie in Nürnberg. Ab 1953 schuf er erste Aquarelle und absolvierte die Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1958 schloss er als Meisterschüler bei Prof. Max Kaus [3], Berlin ab. [4]

1962 heiratete er seine Frau Ilse, geborene Kriegisch und zog in den Nachbarort Wolkshausen. Das Ehepaar bekam drei Kinder. Der gebürtige Acholshäuser, der für die Malerei gelebt hat, wohnte über vier Jahrzehnten in dem Gaukönigshöfer Ortsteil. Nachdem er sich in Wolkshausen niedergelassen hatte, regte die Heimat den Künstler immer wieder an, Motive und Landschaften rund um den Ochsenfurter Gau zu malen. [5]

Die Kunstwissenschaftlerin Birgit Effinger charakterisiert seine Malerei folgendermaßen:

„Das Besondere nun hier als eine Ergänzung zum Allgemeinen verstanden, liegt bei Edwin Michel in seinem vielgestaltigen malerischen Temperament. Hinter diesem Temperament steht eine Kunstauffassung, die Kunstpraxis weder als Schöngeisterei, noch als seelische Last versteht, sondern als ein Handwerk, in welchem es keinen Stillstand geben darf und das mit Ehrfurcht betrieben werden muss.“ [4]

Stil und Werke

Edwin Michel

1952 begann er mit professionellen Portraits und Landschaftsbildern. Ab 1957 mehrten sich die Landschaftsaquarelle innerhalb seines künstlerischen Repertoires und ab den 1970er Jahren floss, angeregt durch seine Tätigkeit als Restaurator, auch Blattgold in die Malerei mit ein. Sein Werk umfasste außerdem auch Blumenbilder, Goldbilder und Werke des Stilllebens. Seit dem Jahr 2000 mehrten sich dann die abstrakten Werke. Auch Gebäudemalereien wurde von Michel ausgeführt. 1977 malte er etwa das Treppenhaus der Kaufmännischen Schule in Würzburg aus, 1980 schuf er die Acrylmalerei in der Eingangshalle der Franz-Oberthür-Schule in Würzburg. 2003 entwarf er Wandmalereien im Neuen Klinikum Würzburg. [4]

Stichpunkte aus seinem Schaffenswerk waren unter anderem der Förderungspreis der großen Berliner Kunstausstellung 1960; Einzelausstellungen in Berlin, Nürnberg, Mainz und Schweinfurt; die Teilnahme an Ausstellungen in verschiedenen Städten Süddeutschlands und im Ausland, verschiedene 1. Preise bei Wettbewerben für Kunst am Bau im Raum Würzburg. Auch die Restaurierung von Gemälden und Fresken im Umkreis Würzburg gehörte zu seinem vielfältigen kreativen Repertoire. Edwin Michel starb 93-jährig am 5. September 2016 in Ochsenfurt.

Siehe auch

Quellen

Einzelnachweise, Erläuterungen und Hinweise

  1. Die Organisation Todt (OT) war eine paramilitärische Bautruppe im nationalsozialistischen Deutschland, die den Namen ihres Führers Fritz Todt (1891–1942) trug. Die 1938 gegründete Organisation unterstand ab März 1940 diesem auch als Reichsminister für Bewaffnung und Munition (RMfBM sowie dem Nachfolgeministerium unter Albert Speer). Weitere Informationen bei Wikipedia [1].
  2. Interview Edwin Michel am 22. März 2007.
  3. Max Kaus (* 11. März 1891 in Berlin; † 5. August 1977 ebenda) war ein deutscher Maler und Graphiker, Hochschullehrer und stellvertretender Direktor an der Hochschule für Bildende Künste (HfbK) Berlin (seit 1975 Universität der Künste Berlin Fakultät 1). Weitere Informationen bei Wikipedia [2].
  4. 4,0 4,1 4,2 Ausstellungskatalog Edwin Michel Malerei. Zum achtzigsten Geburtstag. Berlin 2003.
  5. Main-Post: „Maler Edwin Michel mit 93 Jahren gestorben“ (7. September 2016)