Hirsch'sche Zuckerfabrik (Rottendorf)

Aus WürzburgWiki
(Weitergeleitet von D-6-79-185-29)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ehemalige Hirsch'sche Zuckerfabrik

Die ehemalige Hirsch'sche Zuckerfabrik ist ein Bau- und Industriedenkmal im Ortskern von Rottendorf und war der erste Industrieberieb vor Ort.

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1837 als eine der ersten bayrischen Runkelrübenzuckerfabriken gegründet. Joël Jakob von Hirsch auf Gereuth verarbeitete dort vornehmlich die Rübenernte des Wöllrieder Hofes und hinzugekauften Rottendorfer Landes auf einer Nutzfläche von insgesamt 300 ha. Bis zu 200 Arbeiter produzierten jährlich 40.000 Zentner Runkelrübenzucker. Von Hirsch erwarb außerdem die Gaststätten „Krone“ und „Adler“, ließ letztere 1863 abreißen und produzierte dort in seiner Brauerei „Hirschbräu“, ein auch bei auswärtigen Bierfreunden beliebtes Getränk. 1865 wurde die Zucker-Produktion wegen Wassermangel und Verteuerung des Rohzuckerimports geschlossen.

1888 pachtete Philipp Vogel aus Eltville das landwirtschaftliche Gut, das zeitweise das größte Samen- und Pflanzen-Versandgeschäft Bayerns war. 1889 kaufte das Anwesen Reichsrat Friedrich von Deuster unter Beibehaltung des Pachtverhältnisses. 1933 kaufte die Familie Vogel einen Teil des ehemaligen Gutes.

Baubeschreibung

Die Fabrikgebäude sind ein dreigeschossiger Sandsteinquaderbau auf T-förmigem Grundriss mit Satteldächern. In der Mitte der Giebelseiten ist ein monumentaler rundbogiger Rücksprung mit Pfeilergliederungen. Das zugehörige Lagerhaus ist ein viergeschossiger Sandsteinquaderbau mit Walmdach und quadratischen Fensteröffnungen und erhielt später einen Wohnanbau. Zum Gebäudeensemble gehört an der Schulstraße eine Scheune, ein zweifarbiger Sandsteinquaderbau mit Satteldach, entstanden nach dem Ende der Zuckerfabrik 1865.

Bildergalerie

Heutige Zeugnisse

An die einstige Zuckerfabrik erinnert heute noch die Fabrikstraße in Rottendorf.

Siehe auch

Quellen

Weblinks

Kartenausschnitt

Die Karte wird geladen …