Backhäusle (Erbshausen-Sulzwiesen)

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Backhäusle in Sulzwiesen

Das Backhäusle in Erbshausen-Sulzwiesen ist ein historisches Bauwerk im Ortsteil Sulzwiesen.

Standort

Das Gemeindebackhaus steht am Ortsende Richtung Bergtheim an der heutigen Bushaltestelle.

Geschichte

1838 ließ ein Herr Mitesser aus Hausen b. Würzburg das kommunale Backhaus in Sulzwiesen erbauen. Oben wurde ein Dachreiter angebracht, dessen Dach wiederum ein Patriarenkreuz oder „Caravacakreuz“ krönt.

Geläut

Da der Klang der Kirchenglocken von St. Alban (alt) (Erbshausen-Sulzwiesen) für die Sulzwiesener Bevölkerung aufgrund der Entfernung nur bei Westwind hörbar war, entschied sich der Gemeinderat für die Anschaffung einer kleinen Glocke. Gestiftet wurde das Glöcklein mit einem Durchmesser von 49 Zentimetern und einem Gewicht von 1,5 Zentnern im Jahre 1845 für 60 Gulden von Johann Keller aus Sulzwiesen. 1847 wurde zum ersten Mal ein Jahreslohn von fast fünf Gulden (etwa vier Euro) für das mehrmalige Läuten zum Angelusgebet am Tage ausbezahlt. Diese Glocke, sowie das Geläut der Erbshäusener Kirche mussten 1942 im Zweiten Weltkrieg für Kriegszwecke abgegeben werden. 1949 bestellte Augustinerpater Raphael eine neue Glocke mit der Aufschrift Gloria in excelsis Deo und einem Durchmesser von 37,5 Zentimetern. Das „Blootzglöckle“ wurde regelmäßig manuell an einem Glockenseil bedient.

Die etwa 30 Kilogramm schwere Bronzeglocke wurde nach einer Generalüberholung in der Passauer Glockengießerei Perner im Januar 2004 wieder im Glockentürmchen eingehängt. Am 26. Januar 2004 konnte dann das Glöcklein nach fünfjährigem Stillstand wieder läuten. Das Läuten erfolgt heute mit einer elektronischen Läuteanlage immer um 6.00, 12.00 und 18.30 Uhr.

Backordnung

Die einzelnen Familien konnten damals regelmäßig ihren Brotvorrat für zwei Wochen im kommunalen Backhaus selbst backen. Nach dem Brotbacken wurden mit der Resthitze meistens Öpflblootz, Zwetschgeblootz und Käseblootz und zur Weihnachtszeit Plätzchen gebacken. An Kirchweih wurden Gänse und Enten knusprig gebraten, die aber oft von jungen Burschen aus dem Backofen entwendet und heimlich verspeist wurden.

Heutige Nutzung

Bis 2003 war das Backhaus ungenutzt Zum 25-jährigen Gemeindejubiläum im Mai wurde der Innenraum geputzt und neu gestrichen. Im September des gleichen Jahres haben freiwillige Helfer ausgeräumt, den Dachstuhl repariert und das Dach neu eingedeckt. Am 2. Mai 2004 wurde das sanierte Backhäusle eingeweiht. Da auch das Schamottstein-Gewölbe des Backofens neu aufgemauert wurde, können nun wieder Brot und Blootz gebacken werden.

Siehe auch

Weblinks