Westumgehung

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Korridor der Westumgehung (Karte aus openstreetmap)

Die Würzburger Westumgehung (oder auch B26n) ist eine geplante Bundesstraße, die im Nord-Westen von Würzburg verlaufen und die A3 mit der A7 verbinden soll. Der offizielle Name lautet B26n, wobei das n für neu steht. Ursprünglich als Autobahn gedacht, wird sie nun als autobahnähnliche Bundesstraße geplant, da sie so näher an Wohngebiet vorbeiführen kann.

Planung[Bearbeiten]

Die Bundesstraße soll 4spurig gebaut werden mit zusätzlichen Standstreifen. Die Strecke wäre etwa 46 Kilometer lang und ist mit grob 380 Millionen Euro veranschlagt. Der genaue Verlauf ist noch unbekannt. Es wird bisher nur von einem Korridor gesprochen, der von der A7 bei Werneck über Arnstein und Karlstadt zur A3 bei Helmstadt verläuft. Einer Studie zufolge würden bis zu 43.400 Fahrzeuge am Tag die neue Straße nutzen, wobei die Entlastung der A3 nur bei 10.000 Fahrzeugen liegen soll.

Stand[Bearbeiten]

Am 14.2.2011 begann das Raumordnungsverfahren für das Projekt[1]. Der Baubeginn ist frühestens für 2015 geplant. Ob dann der Bau der gesamten Strecke veranlasst wird ist noch nicht geklärt, da bisher nur die Trasse von Arnstein bis Karlstadt als „Vordringlicher Bedarf“ im Bedarfsplan steht. Der weitere Verlauf bis Helmstadt ist nur als „Weiterer Bedarf“ aufgeführt. Dies soll sich aber im nächsten Bedarfsplan 2015 ändern und somit die gesamte Strecke als „Vordringlichen Bedarf“ aufgeführt werden.

Kritik[Bearbeiten]

Transparente von Kritikern an einer Scheune bei Mädelhofen

Kritiker des Bauvorhabens, insbesondere Bürger und Lokalpolitiker der anliegenden Orte, haben sich in der Initiative „Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg (B26n) e.V.“ zusammengeschlossen. Kritik wird auch vom Bund Naturschutz geäußert. Die B26n-Gegner beurteilen das Vorhaben als überflüssig und unrentabel. Den Kosten von mindestens 380 Millionen Euro stünde nur wenig Raumwirksamkeit gegenüber. Befürchtet werden eine starke Verkehrs- und Lärmbelastung sowie ökologische Risiken für die Siedlungs- und Trinkwassereinzugsgebiete. Die Bürgerinitiative befürwortet statt der B26n alternative Planungen für „bedarfsgerechte, lokalen Lösungen“. Im Januar 2011 wurden an Regierungspräsident Beinhofer 14000 Unterschriften gegen das Projekt B26n übergeben.

Befürworter[Bearbeiten]

Für das Vorhaben B26n spricht sich u.a. die Initiative „Pro B 26n“ aus. Aufgrund der starken Proteste gegen das Projekt fordert aber auch diese Initiative eine „stärkere Rücksichtnahme auf die Sorgen der Straßenanlieger“.

Bürgerentscheid in Karlstadt[Bearbeiten]

Unterstützt wird die Westumgehung u.a. auch vom Karlstadter Stadtrat, der mittels der B26n eine bessere Anbindung Karlstadts an das überregionale Verkehrsnetz anstrebt. Jedoch kritisieren viele Karlstadter Bürger das Bauvorhaben und sammelten Unterschriften um einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Am 22.8.2010 konnten die wahlberechtigten Bürger zwischen dem Bürgerbegehren „Für den Erhalt unserer Heimat – Gegen den Bau der B 26 n“ und dem Ratsbegehren „B 26n – Für unsere Zukunft durch eine aktive Vertretung der Bürgerinteressen“ entscheiden. Beide Begehren erhielten mehrheitlich Ja-Stimmen. Die Stichfrage entschied mit 58,56 Prozent für das Bürgerbegehren, und damit gegen die derzeitigen B26n-Planungen. 41,44 Prozent stimmten für das Ratsbegehren. Die Wahlbeteiligung lag bei gut 45 %.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]