König-Ludwig-Haus

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König-Ludwig-Haus - alter Haupteingang

Das König-Ludwig-Haus ist eine orthopädische Fachklinik des Bezirks Unterfranken und Sitz des Lehrstuhls für Orthopädie der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg. Sie verfügt über 140 Betten auf vier Stationen.

Lage[Bearbeiten]

Das Krankenhaus befindet sich in der Brettreichstraße 11 im Stadtteil Frauenland.

Abteilungen[Bearbeiten]

  • Orthopädie (incl. Sportorthopädie und Kinderorthopädie)
  • Würzburger EndoProthetik-Zentrum
  • Ambulanz (Poliklinik)
  • Physiotherapie

Namensgeber[Bearbeiten]

Das König-Ludwig-Haus trägt seinen Namen nach dem letzten bayerischen König Ludwig III. von Bayern und wurde 1916 seiner Bestimmung übergeben.

Geschichte[Bearbeiten]

König-Ludwig-Haus 1917

Der Plan für den Bau der orthopädischen Klinik in der Brettreichstraße 11 entstand wahrscheinlich zu Beginn des Ersten Weltkriegs, als die von Jakob Riedinger als Privatanstalt begründete und 1914 vom „Unterfränkischen Verein für Krüppelfürsorge e.V.“ erworbene Klinik in der Erthalstraße auch als Lazarett diente. Am 4. Januar 1915 erwarb der Verein als Eigentümer dazu ein Grundstück an der Brettreichstraße. Der erste Spatenstich für das neue Gebäude wurde am 15. September 1915 ausgeführt. Die nach dem damaligen Regenten benannte Klinik wurde Mitte 1916 in Betrieb genommen und diente weiterhin auch der Versorgung vieler Verwundeter des Ersten Weltkriegs. Das König-Ludwig-Haus verfügte unter seinem bis zum Februar 1917 wirkenden Direktor Riedinger zunächst über 70 Behandlungsbetten und 40 Plätze zur Berufsausbildung von körperlich behinderten Menschen als Schuhmacher, Schneider, Schreiner, Buchbinder und Orthopädiemechaniker. Nach einem kurzen „Intermezzo“ mit Hans von Baeyer übernahm Konrad Port (* 1867; † 1957) 1918 das König-Ludwig-Haus und bewirkte 1925 den Plan zu dessen baulicher Erweiterung, die am 1. Mai 1927 zunächst abgeschlossen war. Nachdem das Gebäude im Zweiten Weltkrieg zu 80 Prozent zerstört wurde, wurde die Klinik am 30. März 1945 zunächst in das Kloster St. Ludwig bei Wipfeld verlegt. Vom 1. November 1946 bis 1962 leitete Kaspar Niederecker, als Nachfolger des politisch belasteten und am König-Ludwig-Haus mit Hausverbot belegten Fritz Schmidt, die Klinik. Der Wiederaufbau erfolgte von 1946 bis 1948, in den Folgejahren wurde das Haus erweitert. 1959 wurde im König-Ludwig-Haus das Deutsche Orthopädische Geschichts- und Forschungsmuseum Würzburg eingerichtet. Ein neuer Gebäudeflügel mit weiteren Operationssälen entstand von 1963 bis 1967. Von 1993 bis 2000 wurde die Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus vollständig saniert, erweitert und modernisiert. Seither verfügt die Klinik über 140 Betten, die sich auf vier Stationen verteilen. Dem „Kö-Lu” angeschlossen ist das Jakob-Riedinger-Haus (eine Unterfränkische Berufslehranstalt für Körperbehinderte). Zu weiteren Tätigkeitsfeldern des König-Ludwig-Hauses gehören unter anderem die sozialmedizinische Betreuung des Zentrums für Körperbehinderte am Heuchelhof, des St.-Josefs-Stifts in Eisingen sowie des Würzburger Blindeninstituts.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Der ursprüngliche Bau ist ein dreigeschossiges verputztes Mehrflügelgebäude mit Walmdächern über hohem Kalkstein-Sockelgeschoss. Der Eingangsbereich im Gebäudewinkel ist durch eine Freitreppe mit Portalvorbau betont. Der Bau entstand im Stil des Historismus durch Otto Leitolf zwischen 1915 und 1916 und wurde nach dem Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 reduziert wieder aufgebaut. Das Nebengebäude ist ein zweigeschossiger Mansardwalmdachbau im Neobarock, das Hofgebäude ein eingeschossiger Mansarddachbau um 1915. Das Gartentor ist ein Pfeilertor mit Kugelaufsätzen im Neobrarock aus Kalkstein um 1915. Das Gefallenendenkmal zeigt sich als Kalksteinpfeiler mit durchbrochenem schmiedeeisernem Kugelaufsatz im Wiener Sezessionsstil, im Jugendstil aus dem Jahr 1917.

Klinikdirektoren[Bearbeiten]

Liste der Inhaber des Lehrstuhls für Orthopädie und damit der Ärztlichen Direktoren des König-Ludwig-Hauses:

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: König-Ludwig-Haus


Anschrift[Bearbeiten]

König-Ludwig-Haus
Brettreichstraße 11
97074 Würzburg
Telefon: 0931 - 803-0
Telefax: 0931 - 803-1209

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Polzer: Die Orthopädie in Würzburg zwischen den beiden Weltkriegen: Konrad Port [u.] Fritz Schmidt, 1975
  • August Rütt und Wolfgang Küsswetter: Entstehung und Entwicklung des König-Ludwig-Hauses (Die Orthopädie in Würzburg im zwanzigsten Jahrhundert), Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 1 (1983), S. 125-138
  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Würzburg, Nr. D-6-63-000-65

Weblinks[Bearbeiten]

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