Werner Beumelburg

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Werner Beumelburg

Werner Beumelburg (* 19. Februar 1899 in Traben-Trarbach; † 9. März 1963 in Würzburg) war Journalist sowie Schriftsteller und gehörte zu den bekanntesten Autoren der Spätphase der Weimarer Republik und der NS-Zeit.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Werner Beumelburg besuchte die Schule in Traben-Trarbach und machte 1916 das Notabitur. Am Ersten Weltkrieg war er Teilnehmer der Schlacht um Verdun und erhielt das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse. Nach Kriegsende studierte Beumelburg in Köln Geschichte und Staatswissenschaften.

Schriftsteller[Bearbeiten]

Ab 1921 war er als Schriftleiter der Deutschen Soldatenzeitung tätig, die vom Reichswehrministerium in Berlin herausgegeben wurde. Später war er politischer Schriftleiter der Deutschen Allgemeinen Zeitung und wechselte 1924 zu den Düsseldorfer Nachrichten. Beumelburg stand in Radikalopposition zur Weimarer Republik. Beumelburgs eigentliche Karriere begann mit Hitlers Machtergreifung 1933. Im selben Jahr wurde er Schriftleiter der Dichter-Akademie innerhalb der Preußischen Akademie der Künste. Als repräsentativer und erfolgreicher Autor des neuen Staates feierte er den Nationalsozialismus und schrieb über den Reichsarbeitsdienst, den Anschluss Österreichs und den Einsatz der Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg. Ab 1942 führte er als Luftwaffenoffizier das Kriegstagebuch für Hermann Göring. Kurz vor Kriegsende wurde Beumelburg noch Leiter einer Kriegsschule der Luftwaffe. Nachdem diese sich schließlich von der Tschechoslowakei nach Bayern abgesetzt hatte, geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Seine Bücher kamen auf die „Verbotsliste“, aber da er keine Mitglied der NSDAP gewesen war, musste er sich nach 1945 keinem Entnazifizierungsverfahren unterziehen. [1]

Ende in Würzburg[Bearbeiten]

Nach der Freilassung zog Beumelburg 1951 [2] auf Einladung von Freunden nach Würzburg auf die Neue Welt, dem Gutshof und Künstlertreff der mit Theodor Heuss befreundeten Malerin Gertraud Rostosky, wo er bis zu seinem Tod lebte. 1952 erschien „Jahre ohne Gnade“, seine „Chronik“ des Zweiten Weltkrieges. Seine Nachkriegskarriere als freier Schriftsteller war damit bereits in den 1950er Jahren beendet. Nach 1958 erschienen keine neuen Auflagen seiner Bücher mehr. Beumelburg ertrug den schwindenden Erfolg und seine zunehmende Abseitsstellung in Würzburg mit Haltung.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

1962 schrieb der Stern einen „Deutschen Erzählerpreis“ aus, für den sich Beumelburg anonym bewarb. Im Oktober 1963 erhielt er einen der 17 „Förderpreise“ zugesprochen. Da war Beumelburg aber schon seit Monaten tot, denn am 9. März 1963 hatte er auf der „Neuen Welt“ Selbstmord verübt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richard Zürrlein: Literatur im provinziellen Umfeld, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 377-466; S. 434
  2. Richard Zürrlein: Literatur im provinziellen Umfeld, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 377-466; S. 422

Weblinks[Bearbeiten]