Restauration „Zur Stadt Kitzingen”

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Restauration „Zur Stadt Kitzingen“ (nach der Sanierung 2012)

Das Haus Restauration „Zur Stadt Kitzingen“ ist ein denkmalgeschütztes Bürgerhaus in der Pleicherschulgasse 3 im Würzburger Stadtteil Innere Pleich.

Geschichte[Bearbeiten]

Der älteste Teil des Gebäudekomplexes lässt sich anhand des Bauholzes exakt in das Jahr 1600 datieren. Zu diesem ältesten Teil des Renaissance-Fachwerkbaus gehört die traufständige Südfront in Richtung Juliuspromenade. Der erweiterte Umbau des Kerngebäudes erfolgte exakt 200 Jahre später und lässt sich wieder anhand des verbauten Holzes in das Jahr 1800 datieren. Das Fachwerk wurde entsprechend dem Zeitgeschmack der Barockzeit verputzt.

Im Jahr 1895 war das Gebäude bereits Wirtshaus. Das Erd- und 1. Obergeschoss wurden in diesem Jahr vollkommen umgestaltet. Besitzer der vom Restaurateur Stefan Würzburger gepachteten Gaststätte war der Architekt Karl Weinschenk. 1911 wurde das Gasthaus an die Familie Steinweg verkauft. Den Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 überstand das Bürgerhaus unbeschadet. 1978 schloss die Gaststättenbesitzerin Renate Steinweg das Traditionslokal, welches im Volksmund auch „Totenköpfle“ genannt wurde, nach 67 Jahren im Familienbesitz von heute auf morgen.

2005 scheiterte der Versuch von Joachim Ruppert die Gaststätte wiederzueröffnen an den Protesten der Nachbarschaft, die um ihre Ruhe fürchteten.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Das ehemalige Gasthaus ist ein dreigeschossiger Satteldachbau mit vorkragenden verputzten Fachwerkobergeschossen in Ecklage aus der Zeit um 1600. Der seitliche traufständige Anbau des Nordflügels stammt aus dem Jahr 1800.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

2008 erwarb die Stadt Würzburg das Haus und ließ es zwischen 2010 und 2013 behutsam sanieren. Das Gasthaus wird seitdem als Bürgerhaus Pleich genutzt. Bei der Sanierung des Gebäudes achtete das Baurefereat der Stadt Würzburg besonders darauf, möglichst viel Originalsubstanz zu erhalten. Dadurch wird das Gebäude aus der frühen Neuzeit für nachkommende Generationen gesichert.

In Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat wurde vom Sozialdienst katholischer Frauen ein soziales Konzept unter dem Gesichtspunkt der Sozialraumorientierung entwickelt. Das Bürgerhaus wird ein Begegnungsort für die Bürger der Pleich und der Innenstadt. Als niederschwelliges Angebot soll es das Zusammenleben und Zusammenarbeiten besonders auch der im Viertel wohnhaften älteren Menschen und psychisch kranken Menschen ermöglichen und fördern.

Mit den Räumlichkeiten im Erdgeschoß wurde öffentlicher Raum geschaffen, der von verschiedenen Gruppierungen der Inneren Pleich genutzt werden kann und als Ort der Begegnung dient. Die oberen Stockwerke des Hauses werden von fünf Menschen mit psychischer Erkrankung im Rahmen des betreuten Wohnens genutzt. Für sie besteht die Möglichkeit als Zuverdienst im Bürgerhaus bei Veranstaltungen mitzuarbeiten.

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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