Rassenpolitisches Amt der NSDAP

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Klinikstraße 6

Das Rassenpolitische Amt der NSDAP (RPA) war ein Parteiamt der NSDAP und befand sich bis 1938 in der Ludwigstraße 8, dann in der Klinikstraße 6.

Entstehung[Bearbeiten]

Als Vorläuferorganisation gründete der Nationalsozialistische Deutsche Ärztebund 1933 das „Aufklärungsamt für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege“. Am 15. Mai 1934 wurde das „Aufklärungsamt“ dem „Stellvertreter des Führers“, Rudolf Heß, unterstellt und in „Rassenpolitisches Amt der NSDAP“ umbenannt. Leiter wurde der Mediziner Walter Groß; unter ihm arbeiteten etwa 25 Mitarbeiter.

Im Erlass zur Einrichtung des Rassenpolitischen Amtes hieß es:

„In den Aufgabenkreis des Amtes fallen außer der Vereinheitlichung und Überwachung von Schulung und Propaganda auf den einschlägigen Gebieten auch alle sachlichen, bevölkerungs- und rassepolitischen Fragen, soweit sie von der Partei bearbeitet werden.“ [1]

Dementsprechend war die Schulung von Rednern eine der Hauptaufgaben des Rassenpolitischen Amtes, mit der eine einheitliche Sprachregelung auf dem Gebiet der Rassenhygiene erreicht werden sollte.

Das Rassenpolitische Amt in Würzburg[Bearbeiten]

In Würzburg wirkte das Rassenpolitische Amt in enger Zusammenarbeit mit dem 1939 bzw. 1940 neu geschaffenen Rassenbiologischen Institut der Universität Würzburg. Dabei ging es um propagandistische Aufgaben und die Erfassung der Bevölkerung, z.B. durch den Ahnenpass. Bereits Kinder wurden zur Sippenforschung angetrieben. Im Herbst 1939 begann die „Gemeinnützige Stiftung für Anstaltspflege“ mit der „Euthanasie“ von 70.000 (keineswegs nur unheilbar kranken) Personen. 1941 musste das sogenannte Euthanasieprogramm aufgrund der zunehmenden Proteste aus der Öffentlichkeit abgebrochen werden.

Kreisamtsleiter des Rassenpolitischen Amtes war ab 1935 Dr. Werner Heyde, wo er zuvor schon von Oktober 1934 bis Mai 1936 führender Mitarbeiter war. Seit 1934 war Ludwig Schmidt-Kehl („Rassen-Schmidt“) Gaubeauftragter des Rassenpolitischen Amtes, leitete ab 1937 in Personalunion auch das „Institut für Vererbungswissenschaft und Rassenforschung“ der Universität Würzburg. Rassenpolitisches Amt und Universitätsinstitut waren hierbei im selben Haus untergebracht. Schmidt-Kehl leitete dabei erbbiologische Untersuchungen im Rahmen des sogenannten Dr.-Hellmuth-Plans.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Bruno Fries, Paul Pagel, Christian Roedig, Kurt Scheidenberger (Hrsg.): Würzburg im Dritten Reich, Ausstellungskatalog, Würzburg 1983, ISBN 3-88479-114-1
  • Ute Felbor: Rassenbiologie und Vererbungswissenschaft in der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg 1937-1945. Königshausen & Neumann, Würzburg 1995

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IfZ-München, Akten der Parteikanzlei, 117 04801, 15. Mai 1934, zitiert nach Roger Uhle: Neues Volk und reine Rasse. Walter Gross und das Rassenpolitische Amt der NSDAP (RPA). Dissertation Aachen 1999, S. 30

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