Philipp Joseph Horsch

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Prof. Dr. Dr. Philipp Joseph Horsch (* 22. August 1772 in Würzburg; † 22. Januar 1820 ebenda) [1] war Arzt und Gründer der Würzburger Poliklinik. Bekannt wurde er vor allem als Verfasser einer medizinischen „Topographie der Stadt Würzburg“.

Familiäre Zusammenhänge

Er wurde als Sohn des Würzburger Kaufmanns Melchior Johann Horsch und Maria Lucia, geb. Scheuerer, geboren. 1799 heiratete er Sabina Zangel. Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Maria Eva Sabina (* 5. April 1801), die 1822 den Medizinprofessor Johann Jakob Hergenröther [2] heiratete, und Joseph Anton (* 17. November 1803), der bereits im Alter von zwei Jahren verstarb. [3]

Leben und Wirken

1795 erlangte er den Doktorgrad in Philosophie, 1796 in Medizin und Chirurgie. Seit 1799 war er Würzburger Stadtarzt (Stadtphysicus), womit zugleich die Tätigkeit als Armen- und Gefängnisarzt und die medizinische Betreuung der Bewohner des Bürgerspitals verbunden war.

Durch seine Tätigkeit als Stadtarzt erlangte Horsch Einblick in die Lebensumstände der ärmeren Bevölkerungsschichten. Diese Erfahrungen schrieb er in seiner Topographie der Stadt Würzburg (1805) [4] nieder. Dieses Werk gibt nicht nur einen hervorragenden Einblick in den Gesundheitszustand der Würzburger Bevölkerung, es finden sich auch detaillierte Beschreibungen des Alltagslebens zu Beginn des 19. Jahrhunderts, z. B. über die Ernährungsgewohnheiten, Kleidung, Vergnügungen, die verschiedenen Gewerbe und die Einrichtungen der Armen- und Krankenversorgung in der Stadt.

Professor in Würzburg

1807 erfolgte die Ernennung Horschs zum Professor der Medizin. [5] Zu seinen Vorlesungsfächern gehörten die „allgemeine und besondere Heilkunde“, die „Materia medica“ (Arzneimittellehre), „Semiotik“ (Lehre von den Krankheitszeichen) und „Diätetik“ (Ernährungslehre) sowie die „Naturgeschichte des Tierreiches“. [6] Mit Beginn seiner Vorlesungstätigkeit richtete er eine ambulante Klinik (Poliklinik) ein, in der die Kranken zu regelmäßigen Sprechstunden kommen konnten oder zu Hause besucht wurden. [7]

Ehrungen und Auszeichnungen

1805 wurde er zum königlich bayerischen Medizinalrat ernannt. [8]

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Götz-Lurati, Martina: Der Würzburger Stadtarzt Philipp Joseph Horsch (1772–1820) und seine medizinische „Topographie der Stadt Würzburg“ (1805) (Würzburger medizinhistorische Forschungen 89), Würzburg 2006.
  • Franke, Hans / Schröder, Joachim: Die Würzburger Medizinische Universitäts-Poliklinik 1807 – 1957, Stuttgart 1957.
  • Werner E. Gerabek: Horsch, Philipp Joseph, in: Enzyklopädie Medizingeschichte, hrsg. von Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, S. 617 f.

Einzelnachweise

  1. Vgl. Totenzettel auf bibliothek.uni-wuerzburg.de
  2. Hergenröther (1793-1854) war zweiter Nachfolger seines Schwiegervaters als Leiter der Poliklinik (1831-1832); vgl. Franke / Schröder, 1957, S. 23-26.
  3. Biographische Angaben bei Götz-Lurati, 2006, S. 3-7.
  4. Versuch einer Topographie der Stadt Würzburg in Beziehung auf den allgemeinen Gesundheitszustand und die dahin zielenden Anstalten, Arnstadt 1805 (Onlinefassung)
  5. Götz-Lurati, 2006, S. 11-14
  6. Werner E. Gerabek: Horsch, Philipp Joseph, in: Enzyklopädie Medizingeschichte, hrsg. von Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, S. 617
  7. Franke/Schröder, 1957, S. 10-18
  8. Ebd., S. 10f.