Perle

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Rebsorte Perle

Die Perle ist ursprünglich eine rote Rebsorte, die bundesweit betrachtet wenig und hauptsächlich in Franken angebaut, aber weiß ausgebaut wird. Es handelt sich um eine fränkische Nachzüchtung, die wenig Ansprüche an die Lage stellt und deshalb häufig in problematischen Weinlagen vorzufinden ist.

Namensgeber

Der Name stammt von der Vorgängersorte Perle von Alzey, die später in Veitshöchheim züchterisch nachbearbeitet wurde. Synonyme: Zuchtstammnummer Az 3951, Zuchtstammnummer Wü S 3951. Nicht zu verwechseln mit Perlwein.

Geschichte und Anbaufläche

Zunächst wurde 1927 von Georg Scheu (siehe auch Scheurebe) in Alzey (Rheinhessen) die Perle von Alzey gezüchtet. Es handelte sich dabei um eine Kreuzung aus Gewürztraminer und Müller-Thurgau, was durch eine DNA-Analyse belegt ist. 1950 bearbeitete der Önologe und Züchter Hans Breider von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim durch Selektion und erreichte damit eine Neuzüchtung. Diese wurde nur noch als Perle bezeichnet. 1968 wurde der Sortenschutz erteilt und 1961 erfolgte die Eintragung in die Sortenliste.

2019 waren in Franken 7,45 Hektar mit Perle bestockt. Die Anbaufläche war zuletzt deutlich abnehmend. [1] [2] Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Rebsorte nur mäßige Erträge bringt und sich aufgrund fehlendem Charakters nur schwer vermarkten lässt.

Rebsorte im Weinberg

Die Perle stellt ähnlich dem Müller-Thurgau nur geringe Anforderungen an den Standort. Ein großer Vorteil ist die Unempfindlichkeit gegenüber Frost und Spätfrost - die Rebsorte kann somit auch in kühleren, weniger geschützten Lagen angebaut werden. Anfällig ist die Perle vor allem gegenüber Echten Mehltau und Grauschimmelfäule. Auch die Stiellähme tritt bei der Rebsorte häufig auf: Durch eine Zellstörung an den Beerenstielchen kann es dadurch zu massiven Qualitätseinbußen kommen.

Geschmack

Die Perle ist ein sehr leichter, zart-blumiger, gelb-grüner Wein ohne Ecken und Kanten. Er hat kaum ein Profil, was vor allem auf die geringe Säure und die fehlenden Aromen zurückzuführen ist. Es ist somit ein sehr einfacher, harmonischer Schoppenwein und wird gerne als Rotling oder Verschnittwein (Cuvée) herangezogen.

Essen und Trinken

Zu Mehlspeisen, leichten Gerichten und Salaten bzw. zu Knuspergebäck am Abend gut geeignet. Aufgrund der meist niedrigen Säure auch sehr gut magenverträglich.

Siehe auch

Quellen

Einzelnachweise