Moses Hirsch

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Moses Hirsch (* 1740 in Gaukönigshofen; † 1811 in Würzburg) war Kaufmann in Gaukönigshofen und ist Stammvater der Adelsfamilie Hirsch auf Gereuth.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Moses ist Vater von Jakob von Hirsch auf Gereuth.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Der Familiengründer Moses Hirsch wird in der Gaukönigshofener Gemeinderechnung 1761 zum ersten Mal genannt, als er „für wasser und waid“ 1 Gulden, 1 Pfund und 1 Pfennig bezahlt. Daraus lässt sich schließen, dass er einer der wenigen Juden des Dorfes war, die sich vor allem vom Viehhandel ernährten und deshalb für die besondere Beanspruchung des dörflichen Brunnens und Weiden diese Abgabe zu bezahlen hatte.
Er konnte es sich auch leisten, 1769 aus dem Freihof (wo das Schutzgeld niedriger war) aus-, und in ein vormals bäuerliches Anwesen einzuziehen und den dafür notwendigen fürstbischöflichen Schutzbrief (der teuer war) zu bezahlen.
Sein starker Viehhandel führte 1773 sogar zum Streit mit der Gemeinde, und der Schultheiß beschwerte sich, weil die Abgaben der Juden nicht ausreichten „für ganze heerden von Vieh-Märkten zusammen getriebenes und von den Juden weiter wiederum verhandler werdendes Vieh“. Diese Auseinandersetzung gipfelte darin, dass dem Bürger jüdischen Glaubens (dem das Schwein als unrein galt, und heute auch noch gilt) ein Unbekannter ein totes Schwein in den Hof legte. Es kam zu einer kostspieligen Untersuchung mit anschließendem Prozess, für den der Schultheiß vom den Gemeindehaushalt prüfenden Amt gerügt wird: „Wird Schultheiß, gericht und gemeind für das künftige gewarnet, keine ohnnötige proceße anzufangen, widrigenfalls sonsten derley kosten in der gemeind-rechnung gar nicht mehr sollen passirt werden“.

Moses Hirsch übersiedelte 1803 nach Würzburg und wurde Mitbegründer der neuen jüdischen Gemeinde in Würzburg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Michel: Ein Streifzug durch die jüdische Geschichte von Gaukönigshofen. In: 741 - 1991. 1250 Jahre Gaukönigshofen. Gemeinde Gaukönigshofen (Hrsg.), S. 55 f.

Weblinks[Bearbeiten]