Marie von Gebsattel

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Marie Olga Emma Freiin von Gebsattel

Marie Olga Emma Freiin von Gebsattel (späterer Ordensname: Sr. Maria Ancilla) (* 5. Februar 1885 in Bamberg; † 3. November 1958 in Altötting) war Pädagogin, BVP-Politikerin und bayerische Landtagsabgeordnete.

Familiäre Zusammenhänge

Marie von Gebsattel wurde als zweite Tochter von Ludwig von Gebsattel als Mitglied des einflussreichen mittelfränkischen Adelsgeschlechts Gebsattel geboren.

Leben und Wirken

Marie bekam Privatunterricht, ging in die öffentliche Volksschule und die höhere Mädchenschule mit Internat. Nach Jahren als Haustochter und längerer Erkrankung absolvierte sie die Lehrerinnenausbildung für mittlere und höhere Mädchenschulen in Berlin und legte 1910 erfolgreich das Examen ab. Danach wirkte sie als Lehrerin am Institut der Englischen Fräulein in Augsburg und betätigte sich ab 1914 in Nürnberg in ehrenamtlicher caritativer Tätigkeit. Sie kam 1917 mit ihrer Familie nach Würzburg. Hier engagierte sie sich im Katholischen Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder und war zudem im bayerischen Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes aktiv.

Politische Laufbahn

1919 kandidierte sie auf der Liste der Bayerischen Volkspartei erstmals, aber zunächst erfolglos für den bayerischen Landtag. Sie errang das angestrebte Mandat dann aber im Juli 1919 als Nachrückerin. Bei der Wahl 1920 kandidierte sie erneut und wurde diesmal auf Anhieb gewählt. Als Abgeordnete war ihr die christliche Mädchenbildung ein zentrales Anliegen. Sie setzte sich besonders für die Beibehaltung von Bekenntnisschulen, sowie den getrennten Unterricht von Jungen und Mädchen ein.

1923 beendete sie ihre Abgeordnetenkarriere und widmete arbeitete als Fachberaterin im Staatsministerium für Kultus. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde sie im Oktober 1933 in den Ruhestand verabschiedet, da jeglicher christliche Einfluß in der Erziehung unterbleien sollte.

Klösterliche Laufbahn

Sie engagierte sich aktiv im Weltbund Regina Mundi, dessen Mitbegründerin sie war, und der im November 1933 endlich die angestrebte päpstliche Anerkennung erhielt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs hätte sie gerne im Freistaat Bayern das Schulwesen neu aufgebaut. Wegen ihrer konservativen Einstellung war sie jedoch nicht mehr erwünscht. Ihre Wiedereinstellung hätte einer dauerhaften Zusammenarbeit der bayerischen Regierung mit der SPD entgegengestanden. Im Alter von 66 Jahren verwirklichte sie ihren lang gehegten Wunsch und trat in die Gemeinschaft der Marienschwestern vom Heiligen Louis-Marie Grignion de Montfort ein. Sie nahm den Ordensnamen Sr. Maria Ancilla an und wurde 1956 zur Oberin ernannt.

Letzte Ruhestätte

Ihre letzte Ruhe fand sie in der Gruft der Grignionschwestern auf dem Friedhof von Altötting.

Siehe auch

Quellen

Weblinks

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