Karl Textor

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Prof. Dr. Karl Textor (* 19. Januar 1815; † 31. Juli 1880) war Chirurg und Privatdozent in Würzburg.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Karl war Sohn des Würzburger Chirurgen Cajetan von Textor.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Karl studierte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und promovierte hier mit seiner augenheilkundlichen Arbeit „Über die Wiedererzeugung der Krystalllinse“ im Jahr 1837 zum Doktor der Medizin. Daraufhin war er zunächst zwei Jahre Assistent seines Vaters Cajetan und unternahm wissenschaftliche Reisen nach Wien, Göttingen, Berlin, Kopenhagen, in die Niederlande, nach London und Paris. Von der Reise zurückgekehrt, habilitierte er sich 1843 in Würzburg an der Medizinischen Fakultät mit einer Abhandlung über das Vorkommen von Harnsteinleiden in Franken. [1] In dieser Schrift stellte Karl Textor unter anderem fest, dass Harnsteinleiden in Franken selten seien und vermutete als Grund dafür eine harnsteinverhindernde und steinschmerzlindernde Kraft des Frankenweins. [2]

Privatdozent und Professor in Würzburg[Bearbeiten]

In Würzburg wirkte er zunächst als Privatdozent der Chirurgie an der Universität Würzburg und wurde 1850 außerordentlicher Professor. Insbesondere in den Kriegen von 1866 und 1870—1871 machte er sich als Wundarzt sehr verdient und ging 1874 in den wohlverdienten Ruhestand. Ein, nachdem Cajetan von Textor aus gesundheitlichen Gründen von seinen Ämtern zurückgetreten war, im November 1853 gestelltes Gesuch Karl Textors auf eine Berufung als Ordinarius und Anstellung als Oberwundarzt am Juliusspital hatte Karl, um nicht als Konkurrent seines Vater aufzutreten, nach dessen Genesung und Bitte um Reaktivierung wieder zurückgenommen. Bei Anton Ruland erbittet Karl (vergebens) 1854 mit ähnlich „patriotischen“ Worten wie sein Vater, als Nachfolger Cajetans keinen Fremden, dem der „Stolz des Frankenlandes“ fehle, zu berufen. [3]

Publikationen (Auszug)[Bearbeiten]

  • "Über Ausrottung der Tränendrüse zur Heilung des Tränenträufelns" (Journal für Chirurgie N. F. 1846 VI)
  • "Über künstliche Mundbildung" (ebd.)
  • "Beitrag zur Casuistik der angeborenen Zwerchfellsbrüche" (Bairisches Korrespondenzblatt 1847)
  • "Über die Aussägung des großen Rollhügels" (ebd. 1848)
  • "Über die Amputation des Mittelfußes" (Deutsche Klinik 1850)
  • "Durchdringende Hiebwunde des rechten Mittelfußes mit Bruch des 3. Mittelfußknochens, Heilung durch erste Vereinigung" (Verhandlungen der physikalisch-medizinischen Gesellschaft zu Würzburg 1853 IV)
  • "Resection des Würfelbeins" (ebd.)
  • "Quetschung des Dammes mit Zerreißung der Harnröhre" (ebd.)
  • "Exarticulation des Oberarmes (ebd. 1854 V)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Textor: Versuch über das Vorkommen der Harnsteine in Ostfranken, medizinische Habilitationsschrift, Druck: Friedrich Ernst Anton Thein, Würzburg 1843
  2. Hubert Frohmüller: Geschichte der Urologie an der Universität Würzburg, in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 957-973, S. 961 f.
  3. Thomas Sauer und Ralf Vollmuth: Briefe von Mitgliedern der Würzburger Medizinischen Fakultät im Nachlaß Anton Rulands. Quellen zur Geschichte der Medizin im 19. Jahrhundert mit Kurzbiographien, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 9 (1991), S. 135-206, S. 194 f.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Julius Leopold Pagel: Textor, Karl, in: Allgemeine Deutsche Biographie 37 (1894), S. 632-633
  • Thomas Sauer und Ralf Vollmuth: Briefe von Mitgliedern der Würzburger Medizinischen Fakultät im Nachlaß Anton Rulands. Quellen zur Geschichte der Medizin im 19. Jahrhundert mit Kurzbiographien, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 9 (1991), S. 135-206, S. 194-197