Friedrich Ernst Anton Thein

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Friedrich Ernst Anton Thein (* 4. Januar 1803 in Würzburg; † 2. November 1883 ebenda) war Schriftsetzer und Buchdruckereibesitzer in Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Thein eröffnete am 17. Juni 1830 in Würzburg eine eigene Druckerei. Er hatte den Beruf des Schriftsetzers bei Franz Ernst Nitribitt (Würzburger Universitätsbuchdrucker von 1763 bis 1820 [1]) erlernt. Anschließend war er zunächst als Gehilfe tätig, erhielt dann durch Dr. Gottfried Eisenmann eine Anstellung bei dessen linksliberaler Zeitung „Bayerisches Volksblatt”. Die Herausgeber streckten Thein das Geld für die Aufnahme eines Druckbetriebs mit drei Gehilfen und zwei Handpressen in der Augustinerstraße 3 vor. Nach der Kundgebung an der Gaibacher Konstitutionssäule 1832 wurde Thein verhaftet und entzog ihm kurzfristig die Konzession. Anderthalb Jahre musste er im Gefängnis verbringen. Seinem Gehilfen Michael Walz war es zwischenzeitlich gelungen, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Thein war ab jetzt jegliche politische Betätigung und der Zeitungsdruck verboten, deshalb druckte er insbesondere „elegante Schriften” wie Museenalmanache, Lyrik und Reiseberichte. Der Betrieb vergrößerte sich und beschäftigte 1840 bereits sechs Setzer und drei Drucker. Ab 1848 wagte Thein wieder politische Betätigungen und gab dreimal wöchentlich die Zeitung „Wahrheit und Recht” heraus, die jedoch nach knapp einem Jahr mangels Abonnenten wieder eingestellt wurde. Eines der bekanntesten Produkte des Druckerei war der „Königlich Bayerische Volkskalender”. 1853 zog das Unternehmen in die Neubaustraße 60, wo einerseits Gedichtbände auf hochwertigem Bütten, andererseits Broschüren auf billigem Papier in hohen Auflagezahlen hergestellt und günstig verkauft wurden. Thein war bis 1869 im Unternehmen tätig.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karlheinz Bartels: Die Würzburger Pharmakopöen, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 25 (2006), S. 75-112, S. 105

Weblinks[Bearbeiten]