Japanischer Garten

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Zen-Garten am Kranenkai, 2010

Es gibt zwei Japanische Gärten in Würzburg. Der größere befindet sich auf dem Gelände der Landesgartenschau von 1990, der kleinere neben dem Alten Kranen. Beide Gärten entstanden durch die bereits seit 1979 bestehende Partnerschaft Würzburgs mit der japanischen Stadt Ōtsu.

Japanischer Garten der Landesgartenschau von 1990[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Japanische Garten war der Beitrag der Partnerstadt Otsu zur Landesgartenschau 1990. Japanische Gärten haben neben ihrer besonderen Schönheit immer auch eine Philosophie.

Namensgeber[Bearbeiten]

Der „Ohmi - no - niwa“ - Garten ist benannt nach der heutigen Präfektur Shiga, deren früherer Name Ohmi war. Ōtsu ist die Hauptstadt dieser Präfektur. Die Verbundenheit von Würzburg und Ōtsu spiegelt sich in der Planung durch das japanische Landschaftsarchitekturbüro von Prof. Shiro Nakane.

Gestaltung[Bearbeiten]

Der Garten stellt eine Miniatur der Landschaft um Otsu dar. Nicht nur die japanische Landschaft und ihre ruhige Atmosphäre, sondern auch Hoffnungen und Träume sollen hier zum Ausdruck gebracht werden. Damit ist dieser Garten weit mehr als nur eine attraktive Zusammenstellung von Bäumen, Sträuchern, Wasser und Steinen.

Die drei Hauptelemente des japanischen Gartens, Gebirge, See und Flüsse stellen hier die geographische Umgebung der Stadt Ōtsu, den Biwa-See, dem größten japanischen Binnensee, das Suzuko-Gebirge, das Nosaka-Gebirge und das Ibukii-Gebirge sowie verschiedene Flüsse dar. Der Garten fügt sich - dank einer einfühlsamen Planung - durch die höher gelegenen „Gebirge“ harmonisch in das zur Festung Marienberg ansteigende Gelände ein. Das gestalterische Grundgerüst des Gartens bilden Felsen und Steine. Die 400 Tonnen Granitfindlinge sind von japanischen Landschaftsarchitekten im Fichtelgebirge ausgesucht worden. Vom höchsten Punkt des Gartens verläuft das Gebirge um den See. Der nördliche Teil senkt sich in der Mitte und geht in eine flache Hügellandschaft über. Auf der anderen Seite des Gebirges entspringt der Fluss. Sein Verlauf wird von kleinen Wasserfällen, tiefen und seichten Stellen bestimmt. Das Ufer wurde möglichst naturnah gestaltet. Mehrere große Steine ermöglichen es den Fluss zu überqueren. Der Fluss und ein großer Wasserfall versorgen den Teich, den den Biwa-See symbolisiert.

Die durch zwei Brücken mit beiden Ufern verbundene Insel hat einen mythologischen Hintergrund. Sie erinnert in ihrer Form an eine Schildkröte, die für Japaner und Chinesen traditionell ein Symbol der Unsterblichkeit ist.

Botanische Besonderheiten[Bearbeiten]

Der besondere Charakter dieses Gartens wird durch die Pflanzenauswahl noch unterstrichen. Viele Pflanzen aus Japan und dem ostasiatischen Raum haben hier Verwendung gefunden. Das lässt sich an den botanischen Pflanzennamen, wie Chaenomeles japonica (Zierquitte), Hamamelis japonica (Zaubernuß), Kerria japonica (Ranunkelstrauch) oder Acer japonicum (Japanahorn) gut ablesen.

Im Frühjahr fallen dabei vor allem die vielen verschiedenen japanischen Zierkirschen (Prunus serrulata, Prunus subhirtella und Prunus sargentii) auf.

Einige Großsträucher und Bäume, wie Blumenhartriegel, Forsythie, Mehlbeere, verschiedene Kiefern und Hemlocktannen tragen ebenfalls zur Raumbildung bei.

Damit der Eindruck einer Miniaturlandschaft entstehen konnte, waren allerdings auch viele kleinbleibende Gehölze notwendig. Sie bringen Farbigkeit, Abwechslung und „Natur“ in die durch Steine bestimmte Landschaft, ohne zu dominieren. Zu diesen niedrigen Gehölzen gehören der immergrüne Bambus (Buxus senpervirens), die in Wuchs und Blatt sehr ähnliche japanische Stechpalme (Ilex crenata), der Seidelbast (Berberis buxifolia 'Nana'), das Fingerkraut (Potentilla fruticosa) oder die japanischen Spireen (Spirea japonica und Spirea nipponica).

Weitere Akzente setzen die Geschenke der Partnerstadt Otsu: drei verschiedene Steinlaternen mit jeweils eigenem geschichtlichen Hintergrund.

Zoologische Besonderheit[Bearbeiten]

Eine weitere Besonderheit des japanischen Gartens ist auf den ersten Blick nicht zu sehen. Es sind die „lebenden Juwelen“, verschiedenfarbige Koi-Karpfen, die im Teich der Gartenanlage schwimmen. Sie sind der beliebteste Zierfisch Japans. Zunächst wurden sie dort nicht aus ästhetischen Gründen, sondern zum Verzehr gezüchtet. Ursprünglich waren sie meist braun. Aus den wenigen farbigen Arten wurden sorgfältig neue bunte Arten gezüchtet. Jetzt ist die Vielfalt sehr groß.

Japanischer Garten am Kranenkai[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Japanische Garten am Kranenkai

Auf der Kranenbastion, unmittelbar angrenzend an den Biergarten Alter Kranen befindet sich der kleine Japangarten, ein exotisches Kleinod mit Magnolienbäumen, japanischen Zierkirschen und Fächerahorn. Entworfen wurde der Garten vom angesehenen japanische Landschaftsarchitektenbüro Shiro Nakane. Dargestellt wird ein sogenannter „trockener Teich“ aus hellem Kies, durchsetzt mit japanischen Skulpturen und Granitfindlingen. Eine deutsch-japanische Inschrift weist auf die verschiedenen Skulpturen und die Entstehung der Anlage hin.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich wurde der kleine Japangarten 1981 als Geschenk der japanischen Partnerstadt Otsu angelegt. Im Zuge der Bauarbeiten am ehemaligen Haus des Frankenweins (heute: Brauerei-Gasthof Alter Kranen) und der Tiefgarage am Alten Kranen musste der Japangarten weichen. [1] Der Wiederaufbau war zunächst unsicher. Unter anderem setzte sich eine Bürgerinitiative für den Erhalt ein. Schließlich fiel die Entscheidung, den Garten neu zu erstellen. Lediglich der ursprüngliche Teich sollte durch ein Kiesbett ersetzt werden.

Neugestaltung[Bearbeiten]

Im April 1990 erfolgte die Neuanlage unter der persönlichen Leitung von Prof. Shiro Nakane. Er wurde dafür von der Stadt Würzburg mit dem Tanzenden Schäfer ausgezeichnet.

Der Zugang zum kleinen Japangarten ist jederzeit über den Mainkai möglich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chronik der Stadt Würzburg 1989-1992. Hrsg.: Stadtarchiv Würzburg, Schöningh, Würzburg 1996

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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