Grosjeanhof (Zell a. Main)

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Blick vom Main auf den Zeller Altort und den Zeller Berghof (1926/27)

Der Grosjeanhof (auch Grossjeans Hof, später auch Zeller Berghof genannt) war ein ehemaliger Bauernhof in der Gemarkung Zell a. Main.

Standort[Bearbeiten]

Ausschnitt (Detail) aus dem Katasterplan von Zell am Main (1832)

Der Bauernhof befand sich 170 Meter westlich der katholischen Pfarrkirche St. Laurentius auf einer Höhe von 230 Meter direkt oberhalb von Mainleite bzw. Geißrein und über dem Klinggraben auf der Flurlage Winterleiten.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich war die Winterleite eine Waldung im Besitz des Frauenklosters Unterzell. Dies ging mit der Säkularisierung von 1803 an Bayern. Im Jahre 1810/1811 kaufte der Würzburger Bürger Pascal Grosjean 150 fränkische Morgen in der Winterleite und machte dies zu urbarem Ackerland. 1812 wurde zunächst ein knapp 44 Meter (150 bayrische Schuh) tiefer Brunnen erbaut und mit dem Bau von Ökonomiegebäuden (u.a. für Käserei, Brennerei, Holzremise) begonnen. Es gab einen Teich (Weede) und einen Lustgarten. Im Jahre 1820 bezog Pascal Grosjean den von ihm errichteten Hof. Der Hof wurde zu einem beliebten Ausflugsziel für Zeller Bürger. Nach einem Brand wurde der Hof 1960 abgerissen. Heute ist bis auf eine Terrassierung des Geländes für die Häuser und des Lustgartens nichts mehr vom Grosjeanhof zu erkennen.

Die Ackerflächen des ehemaligen Grosjeanhofes wurden 1986 zusammen mit anderen Flächen auf dem Zeller Berg, der hohen Klinge und der Winterleite von der Würzburger Trinkwasser GmbH gekauft und zum Wasserschutz der Zeller Wasserquellen aus der intensiven Nutzung herausgenommen (ökologisches Wasserschutzgebiet Zell a. Main).

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Brigitte Kleinlauth: Die Aufzeichnungen des Nikolaus Herrmann (1820 - 1898) - Skizzen und Kommentare zur Geschichte des Ortes Zell am Main. Würzburg 1996, S. 52 ff.
  • Markt Zell am Main - Bilderchronik Gemeinde Zell am Main 1991, S. 11
  • Eduard Kohl: Ortsgeschichte des Marktes Zell am Main. Hrsg.: Gemeinde Zell am Main 1986 (Stadtbücherei Würzburg Dem Zel), S.113

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Ehemaliger Standort des Hofs
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