Gasthaus zum Lamm Unterleinach (Leinach)

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Das Gasthaus zum Lamm war ein Gastronomiebetrieb mit Tanzsaal in der Gemarkung Unterleinach der Gemeinde Leinach.

Geschichte

Das von 1884 bis 1987 im Besitz der Wirte-Familie Ehehalt stehende und von ihr umgebaute Gasthaus, früher auch „Luzahall“ (bzw. „Lutzahall“) nach dem vor 1884 belegten Besitzer Karl Franz als Besitzer folgenden Leonhard Lutz genannt, geht als ehemalige Schenkstatt der ehemaligen Gemeinde Unterleinach auf das Jahr 1580 zurück. Der Bau einer Gemeinde-Schenkstatt mit Versammlungshalle und Rats- oder Gemeindestube kann deshalb als ein Akt der Stärkung gemeindlichen Selbstbewusstseins gegen die Dorfherrschaft des Ritterstifts St. Burkard angesehen werden, gefördert durch Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, der ein eher kritisches Verhältnis zu diesem Stift hatte und es zu reformieren suchte. Erst in den Gemeinderechnungen, die 1774 beginnen, lässt sich das Schicksal der Schenkstatt weiterverfolgen. Aufgezeichnet ist hier, dass das Gemeinde-Wirtshaus im Laufe der Jahre etliche Besitzerwechsel über sich ergehen lassen musste.

1876 heiratete die Wirtstochter Barbara Franz Leonhard Lurz, der 1884 starb. In zweiter Ehe heiratet Barbara Lurz, geb. Franz 1884 den Wirt Andreas Ehehalt (* 1862; † 1920). Der Gastwirt und 2. Bürgermeister Andreas Ehehalt erbaute 1895 einen Stall. Zwei Jahre später, 1897, wollte er das Wohn- und Gasthaus umbauen und mit einem weiteren Stockwerk versehen. Aufgrund von Zahlungen an die Gemeinde verzichtete diese auf ihre zuvor gestellten Bedingungen für den Umbau. Die alte Schenkstatt von Unterleinach war ursprünglich ein über einer offenen Halle gebautes Fachwerkhaus mit einem Keller, der als Arrestlokal diente. In der Halle unter dem Wirtshaus fanden oftmals die Versammlungen des Dorfgerichts statt. Durch diese Halle konnte man fahren und gehen. Der 1897 vorgenommene Umbau führte dazu, dass nur noch ein relativ schmaler Durchgang blieb und die schwierige Umfahrung des Gebäudes entstand.

Die Nachfolger von Andreas Ehehalt waren Franz Ehehalt († 1944) und Willi Ehehalt. Er und seine Frau Theresia, geb. Öchsner, führten das Gasthaus bis 1973 und verpachteten es danach. 1987 wurde die alte Schenkstatt mit ihrer langen Tradition als Rathaus und Versammlungshalle von der Familie Ehehalt an die Brauerei Bender aus Arnstein verkauft, die sie in den Folgejahren an verschiedene Pächter vergab.

Tanzsaal

Der Tanzsaal war rund 200 m² groß und hatte als Bodenbelag ein Fischgrätparkett.

Ende des Gasthauses

Ausschnitt aus dem Katasterplan von Leinach (1832)

Der Abbruch des Gasthauses Lamm war lange Zeit ein in Leinach umstrittenes Projekt der Dorferneuerung. Vor allem um die Verkehrsführung zu erleichtern, musste das Lamm im Jahre 2007 letztendlich weichen. Der Gewölbekeller des einstigen Gasthauses wurde verfüllt. Der wieder entdeckte Brunnen ist mittlerweile mit Bruchsteinen aus Muschelkalk angedeutet. An das einstige Gasthaus erinnert heute nur noch die Bushaltestelle Leinach/Lamm-Eck[1]

Ehemalige Adresse

Gasthaus zum Lamm
Hauptstraße 2
97274 Leinach

Siehe auch

Quellen und Literatur

Einzelnachweise

Kartenausschnitt

Ehemaliger Standort
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