Gabriel von Eyb

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Fürstbischof Gabriel von Eyb nach einem Tafelgemälde von Lucas Cranach d. Ä.

Gabriel von Eyb (* 29. September 1455 in Arberg; † 1. Dezember 1535 in Eichstätt) war von 1473 bis 1497 Domherr in Würzburg und in der Reformationszeit der 52. Diözesan- und Fürstbischof von Eichstätt.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Gabriel entstammt dem fränkischen Adelsgeschlecht derer von Eyb. Mit 16 Jahren zog er 1471 an die Universität Erfurt. Bei der Immatrikulation bezeichnete sich Gabriel als Kanoniker von Bamberg und Eichstätt; die Anwartschaft auf letzteres Kanonikat, das mit dem Amt des Domkantors verbunden war, hatte ihm sein Vater bereits 1460 verschafft. In Erfurt erlangte er den Titel eines Magisters artium und damit die Vorstufe zu einem Examen in einer der drei anderen Fakultäten. Gabriel widmete sich der Jurisprudenz.

Domherr in Würzburg[Bearbeiten]

Noch während des Studium, 1473, erhielt er als dritte Einnahmequelle das Amt eines Domherren in Würzburg. Als 30-Jähriger kehrte Gabriel nach Studienaufenthalten in Italien nach Deutschland zurück und stellte sein Wissen und seine Dienste vor allem dem Eichstätter Fürstbischof zur Verfügung; daher weilte er in den nächsten zehn Jahren hauptsächlich in Eichstätt und kam in Bamberg und Würzburg wohl nur seiner mehrtägigen Residenzpflicht nach. Im Jahr 1497 resignierte er vom Amt des Würzburger Domherren. Dem Würzburger Rat muss Gabriel einen großen Dienst erwiesen haben, denn dieser sandte 1506, als Gabriel schon Fürstbischof war, aus Dankbarkeit Wein, worauf sich der Bischof mit einer runden Tischplatte aus Solnhofener Marmor revanchierte; der Prachttisch mit drei Wappen (darunter das Eybsche) im Kern der Platte, geschnitzt von Tilman Riemenschneider, steht heute im Mainfränkischen Museum auf der Festung Marienberg.

Bischof in Eichstätt[Bearbeiten]

Nach dem Tode Wilhelms von Reichenau wurde Gabriel von Eyb am 5. Dezember 1496 vom Eichstätter Domkapitel zum neuen Fürstbischof gewählt. Am 16. April 1497 erfolgte die Bischofsweihe durch den Regensburger Fürstbischof Rupert II. Dem seit 1510 in Ingolstadt lehrenden Theologen Dr. Johannes Eck übertrug der Fürstbischof als Kanzler der Universität am 16. November 1510 das Vizekanzleramt. Eck, der gegen die Thesen Luthers von 1517 Bedenken erhob, erhielt 1518 vom Fürstbischof den Auftrag, diese für ihn schriftlich abzufassen. Nur zum persönlichen Gebrauch des Bischofs gedacht, gelangten die Notizen eine Indiskretion über Nürnberg in die Hände Luthers. In der Folge war Eck ein entschiedener Gegner Luthers und Vorkämpfer der katholischen Sache. 1520 ließ der Fürstbischof als erster deutscher Bischof die päpstliche, von Eck aus Rom mitgebrachte Bannandrohungsbulle „Exsurge domine“ gegen die Vertreter der „neuen Lehre“ verkünden.

Siehe auch[Bearbeiten]

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