Friedrich August von der Heydte

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Friedrich August Freiherr von der Heydte

Prof. Dr. Friedrich August Johannes Wilhelm Ludwig Alfons Maria Freiherr von der Heydte (* 30. März 1907 in München; † 7. Juli 1994 in Aham) war Jurist, Offizier, Professor und bayerischer Landtagsabgeordneter für die CSU.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Von der Heydte besuchte eine private Grundschule in München und danach Gymnasien in München, Traunstein und Wernigerode. Ab 1927 studierte er Rechtswissenschaft und Nationalökonomie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Universität Innsbruck. 1927 machte er das österreichische Staatsexamen an der Universität Graz und setzte seine Studien an der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin fort. Danach besuchte er die Konsularakademie Wien und 1932 Graz, wurde zum Doktor der Rechtswissenschaften und 1935 in Innsbruck zum Doktor der Staatswissenschaften promoviert und arbeitete danach an der Universität Münster als wissenschaftlicher Assistent. Nach dem Zweiten Weltkrieg habilitierte er sich 1947 an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit Die Geburtsstunde des souveränen Staates. Er wurde 1951 Ordinarius für Staats- und Völkerrecht an der Universität Mainz. Außerdem war er Richter am Verwaltungsgericht Rheinland-Pfalz. Von 1953 bis 1954 war er Gastprofessor an der Universität des Saarlandes.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Von der Heydte trat nach seinem Abitur an einem katholischen Gymnasium in Rosenheim am 1. April 1925 in das 19. (Bayerische) Infanterie-Regiment der Reichswehr ein. Später wechselte er zum 18. Reiter-Regiment. Am 30. September 1926 schied er im Rang eines Fahnenjunkers aus der Armee aus. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten trat er der NSDAP bei und wurde Mitglied der SA. 1935 trat er in die Wehrmacht ein und befehligte ein Kavallerie-Regiment in Paderborn, wo er zum Leutnant befördert wurde. Von 1935 bis 1937 wurde er für ein Studium in Den Haag beurlaubt. Von 1938 bis 1939 absolvierte er einen Generalstabsoffizierslehrgang an der Kriegsakademie Berlin. Am Frankreichfeldzug nahm er als Ordonnanzoffizier teil. Am 15. Juli 1940 erfolgte sein Übertritt zur Luftwaffe, und er wurde als Hauptmann Kompaniechef im Fallschirmjägerregiment 3. Als Bataillonskommandeur folgten Einsätze auf Kreta, wo er sich bei der Einnahme des Hafens von Chania bewährte und mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde.

Anschließend wurde er an die Ostfront und ab Juli 1942 bis Januar 1943, nunmehr als Major, als Kommandeur des Fallschirm-Lehrbataillons nach Nordafrika verlegt. Am 11. September 1943 nahm sein Verband im Zuge des Falls Achse Rom ein. Am folgenden Tag stürzte von der Heydte bei einem Flug über Elba ab und wurde schwer verletzt. Nach seiner Genesung wurde er am 15. Januar 1944 zum Kommandeur des Fallschirmjägerregiments 6 ernannt und führte diesen Verband in der Normandie bei der Schlacht um Carentan. Er geriet am 23. Dezember 1944 als Kommandeur einer Fallschirmjäger-Kampfgruppe in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

1954 erhielt er einen Ruf als Lehrstuhlinhaber für Völkerrecht, Allgemeine Staatslehre, Deutsches und Bayrisches Staatsrecht und Politische Wissenschaften an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg und leitete das Institut für Wehrrecht. Als Jurist war er Anhänger eines theologisch fundierten Naturrechts. Von der Heydte hatte vorgeschlagen, die Bundeswehr in evangelische und katholische Divisionen einzuteilen. [1] Er war ab 1956 assoziiertes und ab 1971 ordentliches Mitglied des Instituts für internationales Recht, zudem von 1961 bis 1965 Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht.

Landtagsabgeordneter in München[Bearbeiten]

Zunächst sympathisierte er mit der Bayernpartei. Im Jahr 1947 trat er aber in die CSU ein, wo er Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Hochschulgemeinschaft war. Als Abgeordneter der CSU wurde er über die Zweitstimmenliste für den Wahlkreis Unterfranken vom 20. November 1966 bis 22. November 1970 Abgedordneter des Bayerischen Landtags. Er war Mitglied des Ausschusses für Kulturpolitische Fragen. 1967 trat er der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und dem Landesentschädigungsamt bei.

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten]

Er engagierte sich im Katholischen Akademikerverband und war von 1948 bis 1958 Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Er war 1958 bis 1965 Statthalter der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Von der Heydte war Mitglied und später Vorstandsmitglied der konservativ-klerikalen Abendländischen Akademie.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Neben diversen Militär- und Kriegsauszeichnungen erhielt er für seine Verdienste:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Will, 60 Jahre CSU-Kreisverband Würzburg-Land - Miterlebte und mitgestaltete Geschichte der CSU, Würzburg, 2006, S. 133

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]