Bildstock Scherbenloch (Hopferstadt)

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Bildstock im Flurteil Scherbenloch in der Gemarkung von Hopferstadt

Der Bildstock Scherbenloch ist ein Baudenkmal in der Gemarkung des Ochsenfurter Stadtteils Hopferstadt im Ochsenfurter Gau.

Standort

Der Bildstock steht ca. 150 Meter östlich der Gemeinde beim Sportplatz des FC Hopferstadt 1947 e.V. im Flurteil Scherbenloch[1]

Beschreibung

„Bildstock, zur Erinnerung an den Ersten Weltkrieg, Reliefaufsatz mit Madonnenbüste mit Kreuzbekrönung, auf Pfeiler mit Inschrift über Postament, Sandstein, bez. 1918.“

Aufbau

Auf einer breiten Bodenplatte sitzt ein Sockel, der mit einer Tritt- und einer überstehenden Abdeckplatte versehen ist und eine Inschrift enthält. In die Abdeckplatte ist ein Vierkantpfeiler mit erhöhter Basis und einfachem Kapitell eingelassen, der auf der Vorder- und Rückseite jeweils eine Inschrift trägt. Oberhalb der Inschrift auf der Vorderseite befindet sich in einer kleinen Rundnische das Relief eines Kriegerkreuzes in Gestalt des sog. Eisernen Kreuzes. Das Zwischenstück enthält eine schmale vorgeblendete Inschriftentafel.

Der Aufsatz weist einen hohen rechteckigen Rahmen auf und wird von einem Segmentgiebel abgeschlossen. An den beiden Seiten der Bedachung befinden sich Krabben [2], als Bekrönung fungiert ein kleines Steinkruzifix, das auf einem Podest steht. Das Bildfeld zeigt im Halbrelief die Kopie eines mittelalterlichen Gnadenbildes: Das gekrönte Jesuskind mit Heiligenschein wendet den Kopf nach einem Engel auf der rechten Seite und schmiegt sich ängstlich an die Gottesmutter, die ebenfalls eine Krone und einen Heiligenschein trägt. Oberhalb von Mutter und Kind ist links und rechts jeweils ein fliegender Engel mit einem Leidenswerkzeug (Lanze und Mehrfachkreuz) zu sehen. Über den Engeln erscheinen die Buchstaben MP und OV (= griechisch Gottesmutter).

Der Bildstock wurde vom Bildhauer Grünewald aus Ochsenfurt gefertigt.

Inschriften

  • Zwischenstück: O Maria hilf!
  • Schauseite des Vierkantpfeilers: Zur / Erinnerung / a.d. Kriegs- / Jahre / 1914-18
  • Sockelvorderseite: Errichtet / durch den Krieger / August Kämmer / 1918.
  • Pfeilerrückseite: Renoviert / Josef Ehrl / 1999

Bildergalerie

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Ochsenfurt, Nr. D-6-79-170-341
  • Hopferstadt - Ein Dorf im Ochsenfurter Gau. Hrsg.: Katholische Kirchenstiftung Hopferstadt, Vier Türme Verlag, Münsterschwarzach 2006, S. 320

Weblinks

Einzelnachweise und Erläuterungen

  1. Nach unbestätigten Angaben soll in diesem Flurbezirk südöstlich des Dorfes früher eine Töpferei bestanden haben, die den dort vorkommenden blauen Ton zu Töpferware verarbeitete. Die nach Aufgabe des Betriebes aufzufindenden Abfallprodukte (Scherben) hätten dieser Geländervertiefung demnach ihren Namen gegeben. Die Flurbezeichnung begegnet im 18. und 19. Jahrhundert in schriftlichen Quellen und ist heute noch geläufig. (Stadtarchiv Ochsenfurt, Abt. Hopferstadt, Bd. I/12, S. 166)
  2. Eine Krabbe ist ein Bauornament in Form einer Kriechblume an den Kanten von gotischen bzw. neugotischen Bauteilen.

Kartenausschnitt

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