Kriegerdenkmal (Geroldshausen)

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Kriegerdenkmal an der Kirchheimer Straße in Geroldshausen

Das Kriegerdenkmal in Geroldshausen erinnert an die Gefallenen und Vermissten des Dorfes während des Ersten und Zweiten Weltkrieges.

Standort

Das Denkmal befindet sich in der Kirchheimer Straße/Ziegelwende gegenüber des örtlichen Friedhofs.

Baubeschreibung

„Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1914-18 und 1939-45. In Giebelnische Darstellung eines schlafenden Löwens, um 1920.“

Inschriften

UNSEREN IN DEN KRIEGEN 1914-1918 UND 1939–1945 GEFALLENEN UND VERMISSTEN BRÜDERN / ZUM GEDÄCHTNIS / DIE GEMEINDE GEROLDSHAUSEN

Kontroverse

1951 erhielt die Steinmetz-Familie Wirths den Auftrag für das Denkmal. Einer der 25 Namen, die in den großen Steinblock eingemeißelt wurden, stammt jedoch nicht von einem Gefallenen des Zweiten Weltkrieges: Dr. Eduard Wirths. Wirths war zwischen 1943 und 1945 im Rang eines SS-Sturmbannführers als „Standortarzt“ im Konzentrationslager Auschwitz. Er war damit der leitende Arzt im KZ, war zuständig für die „Selektion“ der zwangsweise nach Auschwitz transportierten Menschen auf der Ankunftsrampe des Lagers, schickte Tausende in die Gaskammern. In britischer Kriegsgefangenschaft erhängte sich Wirths am 20. September 1945. Über die Tatsache wie und warum der Name auf das Denkmal kam, lässt sich heute nur noch spekulieren.

Lange Zeit blieb der Name auf dem Kriegerdenkmal unentdeckt, bis im Frühjahr 2021 der Mitteldeutsche Rundfunk den Fehler aufdeckte und damit in Geroldshausen eine hochemotionale Debatte entfachte, die kurz darauf auch im Gemeinderat Geroldshausen auf der Tagesordnung stand. Es stellte sich die Frage, ob der Name vom Denkmal entfernt werden soll oder man stattdessen eine Infotafel anbringt. Man wolle die Geschichte nicht einfach ausradieren. Der Gemeinderat distanzierte sich klar von dem Kriegsverbrecher und entschied sich, Expertenmeinungen einzuholen. Der Rat begründete seinen sehr umstrittenen Beschluss damit, dass die „Aufarbeitung in ihrer Bedeutung die Möglichkeiten der Gemeinde übersteige“. Am Kriegerdenkmal wurde aufgrund anhaltender Kritik zunächst provisorisch ein Schild mit QR-Code aufgestellt, auf dem sich der Gemeinderat von dem Kriegsverbrecher distanziert.

Bildergalerie

Siehe auch

Quellen

Weblinks

Kartenauschnitt

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