Wohnanlage der Baugenossenschaft mittlerer Verkehrsbeamten

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Wohnanlage der Baugenossenschaft mittlerer Verkehrsbeamten
Wohnanlage, Richtung Gegenbaurstraße

Zeitlich parallel zum Wohngebiet Heimgarten entstand 1912 im Frauenland die Wohnanlage der Baugenossenschaft mittlerer Verkehrsbeamten.

Lage[Bearbeiten]

Die Wohnanlage befindet sich an der Ecke Zeppelinstraße / Gegenbaurstraße gegenüber des ehemaligen Frauenlandbäcks (heute Rösner-Filiale) und des Restaurant Olympia. Westlich befinden sich Wohnblöcke verschiedener Wohnungsbaugenossenschaften, östlich dagegen lockere, individuelle Ein- und Zweifamilienhäuser.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

„Wohnanlage, mehrteilige Gebäudezeile aus zwei-/dreigeschossigen Baukörpern in Ecklage, differenzierte Gliederung durch Fassadenversprünge und Höhenstaffelung am Hang bei schlichter Putzfassengestaltung, Heimatstil, Andreas Pfannes, 1912.“

Geschichte[Bearbeiten]

Wie der Name bereits sagt, wurde die Wohnanlage von der Baugenossenschaft für mittlere Verkehrsbeamte e.G.m.b.H. im Jahr 1912 errichtet. Für die Planung war der Würzburger Architekt Andreas Pfannes verantwortlich. Die Anlage stand zunächst auf freier Flur, da das Frauenland noch kaum besiedelt war. Das Grundstück wurde vom Staat im Erbbaurecht zur Verfügung gestellt.[1] Im Gegensatz zum Heimgarten fanden in der Wohnanlage mittlere Verkehrsbeamte eine neue Heimat. Im Würzburger Adressbuch von 1913 sind sowohl Postbeamte, als auch Bahnbeamte als Bewohner eingetragen. Es ist nicht das einzige Mal, dass Eisenbahner und Postler in Würzburg zusammenarbeiten. Fakt ist, dass laut den Adressbüchern die Wohnanlage später in das Eigentum der Baugenossenschaft von Angehörigen der Verkehrsanstalten überging und somit bis heute im Besitz der Baugenossenschaft für Eisenbahner ist, wie sich die Genossenschaft heute nennt.

Die Wohnanlage besteht aus einer mehrteiligen Gebäudezeile aus zwei- und dreigeschossigen Baukörpern mit gegliedertem Walmdach, die über eine geschickte Höhenstaffelung in den Hangbereich integriert sind. [2] Die schlichte Putzfassade des Gebäudes wird durch Fassadenvorsprünge und -versatze, auffällige Loggien und Sprossenfenster geprägt. Die Anlage ist mit ihren Holzfensterläden, Fledermausgauben, Rundbögen und weiteren Elementen ein typischer Vertreter des Heimatstils. Thomas Memminger schreibt über die Wohnanlage:[1]

„In Gruppen zu 2 und 3 Gebäuden, enthält die ganze Anlage 24 Wohnungen mit 3 und 4 Zimmern. In jedem Hause sind Waschküchen, Speicher-und Kellerabteilungen und Trockenböden. An Stelle von Speisekammern finden sich lüftbare Speiseschränke. Zu jeder Wohnung gehört ein Gartenanteil.“

Auffällig ist, dass den Bewohnern wie im Heimgarten eine Gartenparzelle zur Selbstversorgung zur Verfügung stand. Bei Wohnanlagen dieser Größe war dieses „Angebot“ durchaus ungewöhnlich.

Heutige Situation[Bearbeiten]

Die Wohnanlage wurde durch die Baugenossenschaft für Eisenbahner (BEW) zuletzt umfangreich saniert. Die Zuschnitte der Wohnungen wurden der Nachfrage angepasst und entsprechen somit nicht mehr den obigen Schilderungen von Memminger. Wie in der Heimgarten-Siedlung auch ist die Bewohnerschaft der Wohnanlage heute deutlich heterogener. Neben Eisenbahnern und Postlern leben beispielsweise nun auch einige Studenten in der Anlage. Darüber hinaus haben die meisten Gärten eine Umnutzung erfahren und dienen nunmehr primär der Erholung und Freizeit.

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Gegenbaurstraße


Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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