Camille Sachs

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Camille Sachs (* 17. Mai 1880 in Würzburg; † 4. August 1959 in Nürnberg) war Jurist, Landgerichtspräsident, SPD-Politiker und Staatssekretär im Freistaat Bayern.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Sachs studierte Rechtswissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, in Berlin und München und war nach dem Studienabschluss ab 1907 in Pirmasens/Pfalz als Amtsanwalt tätig. 1910 wechselte er als Staatsanwalt nach Aschaffenburg und war ab 1. August 1914 beamteter Richter am Amtsgericht in Nürnberg. Ab 1919 wirkte er dort als zweiter Staatsanwalt und später als Landgerichtsrat.

Aus jüdischem Elternhaus stammend, fiel er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, trotz seiner Dienstjahren als Landesbeamter der Entlassungswelle aus dem Justizdienst, einschließlich verminderter Ruhegehaltsbezüge, zum Opfer, so dass er seinen Lebensunterhalt als Holzdreher, Hilfsarbeiter bzw. Maurer bestreiten musste. In der Reichsprogromnacht am 9. November 1938 wurde er in seiner Nürnberger Wohnung überfallen und verletzt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er ab 1. August 1945 wieder als Landgerichtsrat eingesetzt und im Dezember des gleichen Jahres Landgerichtspräsident am Landgericht Nürnberg-Fürth.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Als Mitglied der SPD war er Mitglied des ersten Stadtrats nach dem Krieg in Nürnberg. Am 15. Juli 1947 wurde er im Kabinett von Ministerpräsident Hans Ehard Staatssekretär beim Bayerischen Staatsministerium für Sonderaufgaben bis die SPD sich im September des gleichen Jahres aus der Regierungsverantwortung zurückzog. Ab 20. Juli 1949 war er kommissarischer Leiter des Staatsministeriums für Sonderaufgaben bis zu seiner Auflösung am 31. März 1950. Zum Jahresende 1951 trat er in den Ruhestand.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Erika Bosl: Sachs, Camille. In: Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie. Pustet, Regensburg 1983, ISBN 3-7917-0792-2, S. 656
  • Haus der Bayerischen Geschichte: Geschichte des Bayerischen Parlaments 1819–2003.

Weblinks[Bearbeiten]