Brüder Schiestl

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Die Brüder Schiestl waren drei Brüder, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts im fränkisch-bayerischen Raum als bildende Künstler tätig waren. Ihr meist eigenständig, gelegentlich gemeinsam entstandenes Werk greift vornehmlich christliche Themen auf. Die drei Brüder wurden als Söhne des im Zillertal ansässigen Bildschnitzers Matthäus Schiestl dem Älteren (1834 - 1915) geboren. 1873 zog die Familie nach Würzburg.

Die Kunst der Schiestl-Brüder ist in wenigen Jahren schnell bekannt, ja populär geworden. Karl Muth zählt Matthäus Schiestl bereits 1907 zu den „Volkskünstlern“, was gleichermaßen für seine Brüder gilt. Den „Volkskünstlern“ stellt er die „Kulturkünstler“ gegenüber:

„Die Kulturkünstler werden niemals volkstümlich sein, da im allgemeinen ihr Empfinden nur der Ausdruck des Empfindens des kulturell Verfeinerten ist. Der Volkskünstler hingegen hat neben der Liebe und Bewunderung der Massen auch das Verständnis jener, die, ohne dem Volk sozial nahezustehen, sich den Sinn für das Natürliche, Menschliche, Echte bewahrt haben ... [1].“

Die Schiestl-Brüder wurden mit ihren Werken zum künstlerischen Idol der Jugendbewegung um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Durch Wandern und das Erlebnis der Landschaft trachtete diese Jugend danach ein freies, echtes und inniges Lebensgefühl zu gewinnen.

Adalberokirche[Bearbeiten]

Die Adalberokirche im Würzburger Stadtbezirk Sanderau beherbergt ein ganz besonderes fränkisches Kunstwerk: den St. Anna-Altar. Er ist das einzige gemeinsame Werk aller drei Schiestl-Brüder: Das Figurengruppe der Heiligen Anna, die ihrer Tochter Maria das Lesen lehrt, ist eine Arbeit von Heinz Schiestl; das Mosaikbild des segnenden Christus in der Bogennische entwarf Matthäus Schiestl; die Anbetungsengel beiderseits der Ikone hat Rudolf Schiestl gemalt. Bei der Einteilung der drei Schiestl-Brüder - Heinz, der Bildhauer, Matthäus, der Maler und Rudolf, der Grafiker - wird gerne übersehen, dass alle drei Brüder von der Bildhauerei ausgingen, dass Heinz und Matthäus sich gerne der Grafik bedienten, während auch für Rudolf in seinen letzten Lebensjahren die Malerei im Vordergrund stand.

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Muth: Matthäus Schiestl, in: Hochland, 5. Jahrgang, Oktober 1907