Alexander Schenk Graf von Stauffenberg

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Alexander Schenk von Stauffenberg

Prof. Dr. Alexander Schenk Graf von Stauffenberg (* 15. März 1905 in Stuttgart; † 27. Januar 1964 in München) war Althistoriker, Dichter und Professor an der Universität Würzburg.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Berthold Schenk Graf von Stauffenberg wurde er als Sohn des württembergischen Oberhofmarschalls Alfred Schenk Graf von Stauffenberg und dessen Ehefrau Caroline, geb. Gräfin Üxküll-Gyllenband, geboren; sein zweieinhalb Jahre jüngerer Bruder Claus Schenk Graf von Stauffenberg, nach dem in Würzburg der Stauffenbergring und die Stauffenbergstraße benannt sind, war eine der zentralen Figuren des gescheiterten Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944. Er entstammt der schwäbischen Adelsfamilie von Stauffenberg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Alexander Schenk Graf von Stauffenberg ging ab Herbst 1913 in Stuttgart aufs Gymnasium und begann nach dem Abitur 1923 zunächst ein Jurastudium in Heidelberg. Er wechselte jedoch bald zum Studium der Klassischen Altertumswissenschaften in Tübingen (ab Wintersemester 1923/24), Jena, München und ab dem Sommersemester 1926 in Halle. Er promovierte 1928 in Halle über den frühbyzantinischen Chronographen Johannes Malalas.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

1931 habilitierte er sich an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit einer Arbeit über „König Hieron II. von Syrakus“ für Alte Geschichte. Anschließend lehrte er in Berlin, Gießen und Würzburg, wo er 1936 zum planmäßigen außerordentlichen Professor für Alte Geschichte ernannt wurde, 1941 zum ordentlichen Professor am Institut für Geschichte.

Ab 1942 war er zunächst an der Ostfront, ab Juni 1944 hat er in Athen als Ordonanz-Offizier Kriegsdienst geleistet. Nach dem mißglückten Hitlerattentat wurde die Familie in „Sippenhaft“ genommen. Ihre Würzburger Wohnung in der Methfesselstraße wurde beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 zerstört.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lebte Alexander Schenk Graf von Stauffenberg eine Zeit lang in Überlingen am Bodensee. Im Jahr 1948 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Alte Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München, den er bis zu seinem Tod behielt.

Forschungsgebiet[Bearbeiten]

In seiner wissenschaftlichen Arbeit behandelte Schenk von Stauffenberg ein weitgespanntes Themenfeld; Schwerpunkte waren insbesondere die Spätantike sowie das antike Sizilien und Großgriechenland.

Ehrenamtliche Tätigkeit[Bearbeiten]

1951 gründete er die Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik (die später dem Deutschen Archäologischen Institut angegliedert wurde) und wurde ihr erster Vorsitzender bis 1956.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Alexander von Stauffenberg war Mitherausgeber der „Würzburger Studien zur Altertumswissenschaft“. [1]

Wissenschaftliche Werke[Bearbeiten]

  • 1931 Die römische Kaisergeschichte bei Malalas. Griechischer Text der Bücher IX - XII und Untersuchungen. Kohlhammer, Stuttgart (Überarb. Fassung der Dissertation Halle-Wittenberg 1928).
  • 1933 König Hieron der Zweite von Syrakus. Kohlhammer, Stuttgart (Überarb. Fassung der Habil.-Schrift Würzburg 1928).
  • 1947 Dichtung und Staat in der antiken Welt. Rinn, München (Aufsatzsammlung).
  • 1948 Das Imperium und die Völkerwanderung. Rinn, München (Aufsatzsammlung).
  • 1963 Trinakria. Sizilien und Großgriechenland in archaischer und frühklassischer Zeit. Oldenbourg, München.
  • 1972 Macht und Geist. Hrsg. von Siegfried Lauffer. Callwey, München (Aufsatzsammlung), ISBN 3-7667-0210-6.

Dichtungen[Bearbeiten]

  • 1948 Der Tod des Meisters. Zum 10. Jahrestag (des Hinganges Stefan Georges). Delfinverlag, Überlingen/Bodensee. (15 Bl.)
  • 1951 Aischylos: Agamemnon. Delfinverlag, Überlingen/Bodensee.
  • 1964 Denkmal. Hrsg. von Rudolf Fahrner. Küpper (vormals Bondi), Düsseldorf
  • 2005 Kaisergesänge. Zum 100. Geburtstag hrsg. von Gudula Knerr-Stauffenberg. Privatdruck, Prien (27 Bl.)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Darstellungen
  • Karl Christ: Der andere Stauffenberg. Der Historiker und Dichter Alexander von Stauffenberg. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-56960-9. (Rezension)
  • Wolfgang Günther: Alexander Schenk Graf von Stauffenberg. Professor in München 30.4.1948–27.1.1964. In: Jakob Seibert (Hrsg.): 100 Jahre Alte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München (1901–2001). Duncker und Humblot, Berlin 2002, S. 106-127, ISBN 3-428-10875-2.
  • Peter Hoffmann: Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Brüder. Dt. Verl.-Anst., Stuttgart 1992, ISBN 3-421-06533-0.
  • Günter Katsch: Alexander Graf Schenk von Stauffenberg. Eine historiographisch-biographische Untersuchung. Diss. Leipzig, 1968.
  • Manfred Riedel: Geheimes Deutschland. Stefan George und die Brüder Stauffenberg. Böhlau, Köln 2006, ISBN 3-412-07706-2/ISBN 978-3-412-07706-8.
  • Kay Ehling: Schenk von Stauffenberg, Alexander Graf. In: Der Neue Pauly (DNP). Supplementband 6: Geschichte der Altertumswissenschaften. Metzler, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-476-02033-8, Sp. 1130f.
Nachrufe
  • Joseph Vogt, In: Historische Zeitschrift 199 (1964), S. 262–264
  • Siegfried Lauffer, In: Gnomon 36 (1964), S. 845–847.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Universität Würzburg (Institut für klassische Philologie): „Zur Geschichte der Würzburger Jahrbücher für die Altertumswissenschaft“

Weblinks und Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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