Wilhelm G. Niederland

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Prof. Dr. mult. Dr. h.c. Wilhelm G. Niederland (* 29. August 1904 in Schippenbeil (Ostpreußen), † 30. Juli 1993 in Englewood (New Jersey, USA) war Psychoanalytiker und Psychiater und verließ Deutschland 1934.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Niederland, dessen Familie 1913 nach Würzburg zog, besuchte die Oberrealschule und studierte an der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und promovierte 1929. Hierbei entdeckte er die nach ihm benannten „Niederland'schen Kristalle“. Nach einem Jahr Tätigkeit in Lungenheilstätte Beelitz bei Berlin, wurde er Gewerbemedizinalarzt in Düsseldorf. 1932 übernahm er die medizinische Leitung des Sanatoriums Schloß Rheinberg bei Gailingen.

Emigration[Bearbeiten]

1934 emigrierte er über die Schweiz nach Italien und promovierte ein zweites Mal, um in Mailand eine Praxis eröffnen zu können. 1939 floh er nach England. Es folgte eine Odyssee als Schiffsarzt auf einem englischen Frachter, der ihn schließlich nach Manila brachte. An der dortigen Universität erhielt er einen Lehrstuhl für „Psychische Hygiene“. Ende 1940 in New York, promovierte er Anfang 1941 zum drittenmal und er begann eine psychoanalytische Ausbildung. Danach lehrte er an der Universität in Tampa (Florida) und arbeitete am Mount-Sinai-Hospital und in eigener Praxis. 1952 wurde Niederland außerordentlicher Professor an der State University of New York. 1953 begann er als Entschädigungs-Gutachter für das Deutsche Generalkonsulat in New York zu arbeiten und konnte so über 800 jüdischen Überlebenden helfen. Ab 1959 reiste er häufig nach Europa und wurde einer der Mentoren beim Wiederaufbau der Psychoanalyse im Nachkriegs-Deutschland.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Andreas Mettenleiter: Selbstzeugnisse, Erinnerungen, Tagebücher und Briefe deutschsprachiger Ärzte. Nachträge und Ergänzungen. Würzburger medizinistorische Mitteilungen 19 (2000), S. 459-524; S. 499<

Weblinks[Bearbeiten]

  • Focke, Wenda, "Niederland, William G." in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 223 f. Onlinefassung