Ullenmühle (Baldersheim)
| Ullenmühle | |
| Ortstyp | Einöde |
| Stadtteil | Baldersheim |
| Stadt | Aub |
| Landkreis | Würzburg |
| Regierungsbezirk | Unterfranken |
| Freistaat | Bayern |
| Land | Deutschland |
| Kfz-Kennzeichen | WÜ / OCH |
| Postleitzahl | 97239 |
| Eingemeindung | 1. Januar 1978 |
Die Ullenmühle (auch Uhlenmühle) ist ein Einödhof im Gollachtal südlich der Gemeinde Baldersheim unterhalb des Gaubahn-Radweges.
Lage und Beschreibung
Die Ullenmühle ist ein landwirtschaftlicher Dreiseithof im Gollachtal. Bereits etwa 250 m vor der unterschlächtigen Getreidemühle wird mit einem Wehr in der Gollach das Wasser angestaut und in einem Mühlbach zum Antrieb der Mühlräder abgezweigt. In diesem Bereich bildet die Gollach eine Insel aus normalem Bachlauf und Mühlbach, die von einem Weg und zwei Brücken durchschnitten wird, der Baldersheim mit der Burgruine Reichelsburg verbindet.
Geschichte
Nach der ersten Erwähnung zum Bau der „Unteren Mühle“ im Jahre 1402, die sich durch eine kaiserliche Genehmigung belegen lässt, finden sich 1525 Dokumente zu der „Unteren Mühle unter dem Reychelsberg“. Während die Reichelsburg im Bauernkrieg 1525 zerstört wurde, blieb das Mühlenanwesen erhalten. In den zahlreichen Bittschriften an die jeweiligen Besitzer kommt zum Ausdruck, dass die Müller ständig um ihr Auskommen zu kämpfen hatten. Die Klagen um den niedrigen Wasserstand der Gollach, den desolaten Zustand der Einrichtung, das gänzlich unbrauchbare Kammrad und den verfaulten und durchlöcherten Mühlhausboden, verhallten ebenso ungehört bei der Obrigkeit, wie die Bitte von Burkard Grimm. Der Müller, der 16 Jahre lang die Mühle betrieben hat, klagt in seinem Schreiben vom 8. Januar 1767, dass er an Leib, Kräften und an Vermögen abgenommen habe, und dass die durch andere missgünstige Müller zu hoch getriebene Pacht ihn und seine Kinder ruinieren werde. Zunächst zugehörig zu Schloss Waldmannshofen und den Truchsessen von Baldersheim gelangt 1632 das Anwesen in den Besitz der Grafen von Hatzfeld und wird im 18. Jahrhundert „Hatzfeldische Mühle“ genannt.
Am Abend des 13. August 1924 entluden sich über dem Einzugsbereich der oberen Gollach schwere Regenfälle, so dass diese schnell anschwoll. Müller Gehring ritt mit seinem Pferd durchs Wasser nach Baldersheim und berichtete, dass sein Anwesen nicht in Gefahr sei. Ein gütiges Geschick verteilte die Wassermassen im Flürle. Die Uhlenmühle blieb vor größeren Schäden bewahrt.
Noch mehrfach wechselten die Besitzer, bevor etwa ab 1934 der Auber Stadtrat Karl Josef Michel die Uhlenmühle übernahm und sie als letzter Müller bis zu seinem Tod im Jahre 1982 betrieb.
1991 erwarben der gebürtige Hamburger und ehemalige Bankdirektor Werner Iredi und seine Frau Freya Schmidt das Anwesen. Sie erneuerten es komplett und bauten es zu einem Veranstaltungsort aus. Von 2019 bis 2022 wurde ein Außenlokal betrieben.
Heutige Nutzung
Die Uhlenmühle wird von der Familie Schmidt als Veranstaltungsort mit Ferienwohnungen angeboten.
Siehe auch
Quellen und Literatur
- Heimatverein Aub (Hrsg.): Auber Geschichtsblätter - Beiträge zur Auber Stadtgeschichte. Nr. 8, 1. Jahrgang
Weblinks
- Main-Post: „Sein Herz schlug für die Kultur“ (27. Juni 2012)
- Main-Post: „Wie zwei Gastronomen der Uhlenmühle neues Leben einhauchen“ (5. August 2019)
- Internetseiten der Uhlenmühle
