Schindersbrünnle (Hausen b. Würzburg)

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Schindersbrünnle in der Gemarkung Hausen b. Würzburg

Das Schindersbrünnle ist eine Quelle in der Gemarkung Hausen b. Würzburg.

Lage[Bearbeiten]

Die Quelle liegt nördlich unterhalb des Eichelbergs und ca. 1,4 km östlich der Gemeinde Hausen b. Würzburg. Der Abfluss der Quelle mündet nach ca. 200 Meter in den Riedener Mühlbach.

Geschichte und Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Eichelberg wird Ende des 13. Jahrhundert erstmals urkundlich als Halsgericht, das Centgericht Eichelberg, erwähnt. Auf der höchsten Erhebung soll noch Mitte des letzten Jahrhunderts der Galgen, oder zumindest Reste davon zu sehen gewesen sein. Das Gericht wurde wohl zur Säkularisation aufgehoben (1804), aber unheimlich soll auch jetzt noch die Stätte sein. Der Nordhang des Eichelberges hat eine Quelle, die früher den Riedener See speiste. [1] Das Brünnchen trägt den Namen „Schindersbrünnle“ oder „Henkersbrünnle“. Dort soll der Henker nach vollzogener Hinrichtung sich die Hände gewaschen haben. In der Riedener Gemarkung befanden sich in früheren Zeiten kleine quadratische Flächenstücke, die den Namen Niamasa-Plätzchen (Niemandsplätzchen) trugen. Auch in der Hausener und Erbshausener Gemarkung sollen solche Plätze gewesen sein. Über diese eigenartigen Stellen erzählt man sich folgendes:

Wenn beim peinlichen Gericht einer zum Tod durch Erhängen verurteilt worden war, so wurde ihm noch eine „Galgenfrist“ gewährt. Nach dem zweiten Mal Beschreien an der Zent, mitten im Dorf zu Rieden, wurde der Verurteilte nochmal losgelassen. Er musste laufen, was er konnte, um ein sogenanntes Niamasaplätzla zu erreichen. Nach dem Abbeten von drei „Vaterunser“ wurde ihm ein Reiter nachgeschickt, der ihn einholen sollte. Kam nun der Verurteilte auf ein Niamasaplätzla, ohne dass der Reiter ihn eingeholt hatte, so wurde ihm das Leben geschenkt. Im anderen Falle ging die Gerichtsverhandlung weiter. Er wurde dann zum Eichelberg geführt, wo das Urteil zur Vollstreckung kam.

Umgebung[Bearbeiten]

Bildstock mit Wanderschutzhütte nahe des Schinderbrünnles in der Gemarkung Fährbrück

Nahe des Schindersbrünnles befindet sich eine Wanderschutzhütte und ein Bildstock aus dem Jahre 1709.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Auskunft Riedener Bewohner
  • K. Keller: Heimatgeschichten Rieden (1922-1951)

Hinweise[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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