Octavian Maternstein
Octavian Maternstein (* 1590; † 1658) war Rechtspfleger und zweimal Älterer Bürgermeister der Stadt Würzburg mit Unterbrechung zwischen 1633 und 1650
Leben und Wirken
Aus den Unterlagen der Stiftung Bürgerspital geht seine Tätigkeit als Rechtspfleger hervor.
Bürgermeister von Würzburg
Maternstein war zwischen 1627 und 1628 Jüngerer Bürgermeister von Würzburg und dann zunächst von 1633 bis 1635 zwei Jahre hintereinander Älterer Bürgermeister und nach dem Dreißigjährigen Krieg nochmals von 1649 bis 1650 in gleicher Funktion tätig.
Pfleger am Bürgerspital
Vom Stadtrat wurde er als Pfleger des Bürgerspitals bestellt. In seiner Amtszeit wurde die Bürgerspitalkirche - nach der zeitweisen Zwischennutzung als protestantisches Gotteshaus durch die besetzenden schwedischen Truppen - wieder ausgestattet und geweiht. Dabei finanzierte Maternstein die Errichtung eines Seitenaltars zu Ehren der Mutter Gottes. Zur Erinnerung daran befand sich einst eine Messingtafel an jenem Altar mit der Inschrift:
„Anno 1649, Gott dem allerhöchsten, dann der glorwürdigsten Jungfrauen Mariae zue Ehrn hat dieser Altar der Edelfürsichtig und Weysse Octavian Maternstein, der Zeit Oberburgermeister, nachdem Er Ao. 1626. von einem E. Rath zum Pfleger diesses Spitals gesetzt worden, zue ewiger Gedechtnus machen laßen. ist in Gott entschlaffen Ao. :,: Bitte also einer für alle, und alle für einen, damit wir alle Selig werden.“
Zudem war ein gedrucktes Pergament in der Nähe des Hochaltars aufgeängt, das besagte:
„Im Jahre 1319 ist mit Verbilligung des Hochwürdigsten Fürsten und Herrn Herrn Godefriedo von Hohenlohe Bischofen zu Würzburg, und Herzogen in Francken, wie auch des ganzen Hochwürdigen Dom Capitels dieß Spital zum H. Geist, das Bürger Spital genannt von dem Wohledelgebohrenen Herrn Iohanne de Artete, welcher den jüngsten Tag mit Wercken der Barmherzigkeit gedachte vorzukommen, für die Aufnehmung und Erquickung der Armen, und Nothleidenden gestift worden. Eben dieses ist von Wölflein und Rüdgero Gebrüdern genannt Teüfel Anno 1338. mit erkauftem und dazu geschencktem Dorf Laub, so nahe bei der Priestadt gelegen, mit gleichem guten Werck vermehrt worden. Die Kirch aber von dem Hochwürdigen Herrn Walthero, Weyhbischofen zu Wirzburg Anno 1371. auf Dienstag nach der Octava der Ostern geweyhet. Nachdem aber Anno 1631 Gustavus Adolphus der König in Schweden sich der Stadt Wirzburg bemächtigt, und dessen Kriegsvolck, durch die Soldatische Frechheit die Altär dieser Kirchen verunehret, als haben die Rathsverwande Vorsteher, oder Pfleger dieses Spitals Herr Octavianus Maternstein, der Zeit Burgermeister, und Herr Georgius Hartmann Burgermeister und Senior des Bürgerlichen Raths, aus ihrem löblichen Eyffer zur Beförderung der Ehr Gottes Anno 1650. die zween Neben Altär in dieser vortrefflichen Form aufrichten lassen, welche zween samt dem hohen Altar von dem Hochwürdigen Herrn Herrn Joanne Melchiore Bischofen zu Domitiopolis Weiyhbischofen zu Wirzburg, und Dechanten im Stift Neuen Münster, eben in diesem Jahr den 8ten Tag Septembers geweyht worden.“
Der Aufbau des Seitenaltars wurde zwar später barock erneuert, das Marienbild blieb aber zumindest bis 1819 erhalten. [1]
Siehe auch
Quellen
- Notizen zur Geschichte des Bürgerspitals zum heiligen Geist in Würzburg, [Würzburg] 1819, S. 33-35, 40 und 45
Einzelnachweise
- ↑ Notizen zur Geschichte des Bürgerspitals zum heiligen Geist in Würzburg, 1819, S. 34ff
Folgeleisten
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Wilhelm Nunsam | Älterer Bürgermeister 1633 - 1635 |
Hieronymus Andreas Kunrath |
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Johann Pleickhard | Älterer Bürgermeister 1649 - 1650 |
Laurentius Kilian |
