Obereisenheimer Höll

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Die Obereisenheimer Höll (kurz: Höll) ist die Weinlage des Ortsteils Obereisenheim der Marktgemeinde Eisenheim auf Obereisenheimer Gemarkung.

Sage zur Namensgebung[Bearbeiten]

Der Lagename geht auf eine Sage zurück: Demnach wurde bei am Vortag frisch gefüllten Weinfässern am nächsten Tag von einem Mönch als Kellermeister immer ein Schwund/Verlust von Wein festgestellt. Da der Mönch keine Erklärung dafür fand, wollte er das nächtliche Geheimnis aufklären und ging deshalb zur nächtlichen Stunde in den Weinkeller. Dort fand er den Teufel weintrinkend auf eine Fass sitzen. Nachdem dieser den Mönch entdeckte, wollte er flüchten, wurde vom Mönch jedoch festgehalten - der Schwanz des Teufels wurde in der Tür eingeklemmt - und verprügelt. Der verzweifelte Teufel versprach alles für seine Freilassung, worauf der Mönch dann auch einging: „Gut, ich gebe dich frei, unter einer Bedingung: Du lässt von deiner höllischen Hitze jedes Jahr unseren Weinberg einen Teil zukommen, so dass die Trauben tüchtig kochen und braten und einen Tropfen geben, wie man ihn nirgends mehr findet.“ Der Teufel soll nach dieser Sage sein Wort gehalten haben, weil der Wein in Obereisenheim perfekte Bedingungen vorfindet. [1] Der Name könnte darüber hinaus auch auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass die körperliche Arbeit der Winzer im Weinberg in der prallen Sonne „höllisch“ heiß und entsprechend anstrengend war.

Lage[Bearbeiten]

Die Obereisenheimer Höll beginnt westlich des Ortes Obereisenheim an der Gemarkungsgrenze. Die Weinlage grenzt hier unmittelbar an die Weinberge des Untereisenheimer Sonnenbergs an. Sie verläuft oberhalb des Ortes und der Eisenheimer Seen weiter in nördliche Richtung nahe an die Gemarkungsgrenze zu Wipfeld. Durchschnitten wird die Weinlage durch die Schwanfelder Straße.

Weinbau[Bearbeiten]

Neben Castell zählt Obereisenheim zu den ersten Silvaner-Anbaugebieten Deutschlands: 1659 wurden die Silvaner-Reben in Obereisenheim urkundlich erwähnt (in Castell im selben Jahr). Auch heute noch umfasst der Silvaner einen Großteil der Rebflächen. Daneben wird auf den Muschelkalk- und Lettenkeuperböden eine Vielzahl an Weiß- und Rotweinen angebaut. Gerade der skelettreiche Muschelkalk speichert die Wärme sehr gut, aber auch die Nähe zum Main und den Eisenheimer Seen macht sich bemerkbar. Bewirtschaftet wird die etwa 150 Quadratmeter[2] große Weinlage von verschiedenen Weingütern der Marktgemeinde Eisenheim, ausgeschenkt wird der Wein beispielsweise beim Obereisenheimer Weinfest. Frühere Bezeichnungen von Teilbereichen (vor der Flurbereinigung) sind Hertleinsberg, Bäckersberg und Mainleite. Die Weinlage gehört gegenwärtig zur Großlage Volkacher Kirchberg.

Symbolfigur[Bearbeiten]

Symbolfigur der Weinlage ist der Obereisenheimer Teufel.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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