Minna Simon

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Minna (Mina) Simon (* 2. Juli 1879 in Ulm; † 28. Januar 1959 in Los Angeles) war die Ehefrau des jüdischen Würzburger Kaufmanns Karl Simon.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Minna Simon wuchs in der Kaufmannsfamilie Jonas und Emma Levinger in der Stadt Ulm in Baden-Württemberg auf, wo sie eine Mittelschule besuchte. Ab 1904 war sie mit dem Kaufmann Karl Simon in Würzburg verheiratet, mit dem sie aus kleinen Anfängen als Prokuristin in der Familienfirma das bedeutende Textilwarenkaufhaus Wilhelm Zapff an der Ecke Kaiserstraße 1 zur Juliuspromenade aufbaute. 1904 und 1910 wurden ihre Kinder Fritz und Emma geboren.

Soziales Engagement und Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Minna Simon engagierte sich in der jüdischen und städtischen Wohlfahrtspflege. Sie war ab 1904 Mitglied im Israelitischen Frauenverein Würzburg (Jüdischer Frauenbund).

Ende des Unternehmens[Bearbeiten]

Wachsender Verfolgungsdruck gegen das florierende Kaufhaus seitens der Gestapo-Stelle Würzburg und anderer, konkurrierender Würzburger Textilunternehmen erzwang ab August 1937 die Schließung des Unternehmens. Eine Arisierung der Firma wurde wegen des Überangebotes an Textilgeschäften abgelehnt. Die Konkurrenz verpflichtete sich, die nichtjüdischen Angestellten zu übernehmen, und verteilte den Warenbestand unter sich. Die Häuser Kaiserstraße 1 und 3 gingen im gleichen Jahr unter Wert an neue Besitzer. Mehrere kleine Geschäfte wurden im Haus ansässig. Nach kurzer Inhaftierung wegen des Versuches, das Geschäft doch noch zu verkaufen, emigrierte das Unternehmerehepaar im Februar 1939 nach Los Angeles in die USA, wo sich schon ihr Sohn Fritz aufhielt.

Lebensende in den USA[Bearbeiten]

Die ab 1941 verwitwete Frau verbrachte auch vier Jahre bei ihrer Tochter Emma Roth in Neuseeland. Minna Simon verstarb 1959 in ihrem 70.Lebensjahr in Los Angeles. Sie wurde in Commerce, California beigesetzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]